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Monatsrückblick // Juni & Juli 2016

Juni und Juli waren aufregende Monate. Zum einen hab ich die volle Wucht der Vollzeit-Byebye-Studentendasein-Zeit zu spüren bekommen. Zum anderen bin ich umgezogen - von meiner schnuckeligen Studentenbude mit dem ekligen Teppich in eine zwei Zimmerwohnung mit meinem Freund und einem krähendem Hahn in der Nachbarschaft. Trotz Blogflaute bin ich aber zum Lesen/Hören gekommen. Siehe hier:

gelesen & gehört

Lisa Kleypas - Marrying Winterborne 3/5
Lisa Kleypas - Suddenly You 3/5
Marie Lu - The Young Elites (#1) 3/5
Tahereh Mafi - Shatter me 3/5
Tahereh Mafi - Destroy Me 3/5
Tahereh Mafi - Unravel Me 3/5
Tahereh Mafi - Ignite Me 2/5
Sarra Manning - It felt like a Kiss 4/5
Sarra Manning - Adorkable 3/5
Sarra Manning - Unsticky 3/5
Sarra Manning - You don't have to say you love me 3/5
Sarah J. Maas - Crown of Midnight 5/5
Sarah J. Maas - Heir of Fire 4/5
Sarah J. Maas - Queen of Shadows 4/5

gebloggt

Kolumne // Guilty Pleasure & Regency Romance

Kolumne // Guilty Pleasure & Regency Romance

A guilty pleasure is something one enjoys despite feeling guilt for it.“ (Quelle: Wikipedia)
Wir sehen uns gerne alle in einem bestimmten Licht, Profilieren uns mit unseren Ansichten und Vorlieben und #Dislikes. Und manchmal ist da etwas, das wir mögen und das nicht ins Raster passt. Etwas, für das wir uns schuldig fühlen, eben weil wir es mögen. Sei es als Hipster Taylor Swift, als Macho Liebesfilme. Für mich sind es als baldige M.A. der Germanistik Regency Romance Romane (die Alliteration ist traumhaft!) wie Lisa Kleypas oder Julia Quinn sie schreiben.

"Regency romances are a subgenre of historical romance novels set during the period of the English Regency or early 19th century."(Quelle: Goodreads)
Diese Romane in denen bestimmte Figuren in unterschiedlichen Konstellationen immer und immer wieder durchgespielt werden. Wo ein Schema, das funktioniert, wiederholt aufgegabelt und genutzt wird. Dabei sind sie gut geschrieben. Die Geschichten drücken alle Knöpfe bei mir. Sie sind so gut, dass ab und an ein Tränchen fließt und dennoch verkörpern sie alles, was ich als modern denkende Frau an heutigen, gerade amerikanischen Chic-Lit Romanen so verdamme: Arrogante, dominierende Helden und jungfräuliche, zu beschützende Damen, deren höchstes Ziel tatsächlich die Ehe und das Kinder kriegen ist und die sich in der Beziehung verlieren. Vielleicht ist es so einfach, diese Klischees von der vermeintlichen Stärke des Mannes und der Schwäche der Frau zu akzeptieren, weil es zu der damaligen Zeit eben so war. Es ist keine freiwillige Unterwerfung, sondern eine gesellschaftliche und rechtliche. 

Man muss diesen Romanen oder zumindest denen, die ich gelesen habe, jedoch zugute halten, dass sie trotz dieses gesellschaftlichen Settings dennoch Frauen als oftmals gleichberechtigt in der Beziehung, wenn auch nicht außerhalb des Hauses, präsentieren. Tatsächlich wird diese Ungleichheit immer wieder angeprangert. Oftmals sind die Frauen so stark, nehmen sich so viel heraus, dass man schon beginnt an der historischen Korrektheit der Geschichten zu zweifeln, mit denen es sowieso jetzt nicht so weit her ist. Es handelt sich hier definitiv nicht um so aufwändig recherchierte Romane, wie Memoirs of a Geisha von Arthur Golden. Es ist Chic-Lit in einer anderen Zeit, die es niemals auf eine Literaturliste in der Universität schaffen wird.

Und das ist das Licht, indem ich mich gerne sehe. Mit einem Germanistik-Master will man belesen wirken. Man ist schließlich jetzt gekrönte Kennerin deutscher 'erhabener' Literatur. Da passt so eine Guilty Pleasure nicht ins Selbstverständnis. Und dennoch liebe ich sie heiß und innig. Das sind die Art Bücher, die mich aus einem Lesetief rausholen.

Welche Regency Romance Romane kann ich empfehlen:

 Habt Ihr ein Genre, eine Autorin, ein Buch, das Ihr als Eure Guilty Pleasure bezeichnen würdet? Oder etwas anderes, bei dem Ihr manchmal zweimal überlegt, es anderen zu erzählen?

Kolumne // 10 nervige Eigenschaften von Buchreihen

1. Das Warten

Ich glaube, das ist das größte Manko an einer Reihe, oder? Dass man ewig warten muss. Besonders bitter ist es als Fan der ersten Stunde. Je nachdem wie lang die Reihe ist, kann sich das Ganze über Jahre hinweg ziehen. Reihen können jedoch dadurch auch zugleich vereinen. Ein "Hey!" an die ganzen Potterheads, die wie ich, mit dieser unglaublichen Serie groß und erwachsen geworden sind. Dann kann es einen auch wieder verzweifeln lassen, wenn die Veröffentlichung der langersehnten Fortsetzung, oder wie bei Maggie Stiefvater, des Finales, nach hinten verlegt wird. 

2. Die Möglichkeit, dass man nie ein Ende erhält

Seien wir mal ehrlich, viele Menschen fürchten sich doch davor, dass Schriftsteller wie George R. R. Martin den Löffel abgeben, bevor man jemals erfährt, wer am Ende auf dem Thron sitzt. Gerade weil es immer noch nicht so aussieht, als würde das nächste Buch die Serie abschließen.

3. Das schwache Glied in der Kette

Nicht jeder Teil einer Reihe kann einen von den Socken hauen. Viele Reihen haben ein schwaches Glied. Es ist umso bitterer, wenn man besonders lange auf diesen Teil gewartet hat und enttäuscht wurde. Am schlimmsten finde ich aber, wenn das schwache Glied das Ende ist. (s. Punkt 10)

4. Die Cameos

Oftmals möchte man gerne wissen, wie es den Helden aus dem ersten Band gegangen ist, wenn Reihen zum Beispiel aus unterschiedlichen Geschichten bestehen. Je länger die Buchreihe jedoch wird, desto mehr Menschen müssen vorgestellt, desto mehr Geschichten müssen nacherzählt werden. Ich bin kein Fan davon!

5. Schrägstrich: die Nacherzählung

Auch wenn Cameos oftmals eng mit Nacherzählungen verbunden sind, gibt es sie auch in Serien, die als gesamte Geschichte aufgebaut sind. Oftmals wird dem Leser nochmal das, was im ersten Band passiert ist, nacherzählt. Dies ist sicherlich hilfreich ist, wenn ein gewisser Zeitraum zwischen zwei Bänden lag. Andererseits ist es umso nerviger, wenn man die Reihe am Stück liest, endlich wissen möchte, wie es weitergeht, und sich gerade am Anfangdurch die Nacherzählungen kämpfen muss.

6. Wenn man nicht sofort sieht, um welchen Band es sich handelt

Wem ist es schon mal passiert, das ein Buch interessant aussah, man sogar wusste welcher Reihe es angehört hat, aber auf Teufel komm raus nicht ersichtlich war, um welchen Teil der Serie es sich handelt? Und man kauft schließlich den falschen Band?

7. Das sich die Richtung schlagartig ändern kann

Niemand verlangt von einem Autor im Rowling-Stil alle 7 Bücher bereits skizziert und total durchgeplant zu haben, andererseits sind Serien sehr nervig, die mitten drin die Richtung ändern und sehr unstrukturiert wirken.

8. Wenn eine Serie eigentlich beendet ist, aber einfach weitergeführt wird

Mir ging es so bei der The Mortal Instruments-Reihe. Für mich ist die Geschichte nach 3 Bänden beendet gewesen, dennoch habe ich den Vierten angelesen und kam nicht sehr weit, weil ich das Gefühl hatte, die Charaktere hätten sich kein bisschen weiterentwickelt. Zwischen Clary und Jace gab es immer noch die gleichen Ängste und Zweifel. Das, gepaart mit dem Wissen, dass anfangs nur drei Bände geplant waren, hat zum Abbruch geführt.

9. Wenn immer wieder die gleichen Handlungselemente vorzufinden sind

Dieser Punkt entstand mit dem Gedanken an Serien wie der Dublin Street-Reihe von Samantha Young oder Jennifer L. Armentrouts Wait For You-Reihe. Immer wieder werden neue Charaktere eingeführt, die ihre eigene Geschichte bekommen sollen, dass die Bücher und die Charaktere irgendwann einfach austauschbar werden. Besonders bei den letzten zwei Büchern von Samantha Young wird das mehr als deutlich.

10. Das enttäuschende Ende

Wer kennt es nicht: Man wartet ewig auf das Ende, hat die Serie verehrt, gelacht, geweint, nur um dann schlußendlich enttäuscht zu werden. Mir ging es so bei dem letzten Teil der Heroes of Olympus-Reihe. Ich fand den Endkampf viel zu schwach. Auch der Abschluss der Lux-Reihe hinterließ einen bitteren Beigeschmack bei mir.

Die Liste ist natürlich lange noch nicht vollständig. Was nervt euch so an Buchreihen und/oder warum liebt ihr Buchreihen so? Habt ihr weitere Beispiele für eine Buchreihe, die zu einem meiner Punkte passt?

Kolumne | 10 Tipps zum Buchrezensionen schreiben

Rezensionen über Bücher für den eigenen Blog, Goodreads oder Lovelybooks zu schreiben, verläuft sicher anders als beim üblichen Feuilleton oder für die Klassenarbeit. Es ist viel subjektiver, viel ungebundener. Es muss niemanden wirklich gefallen, nur dir selbst. Und zugleich sollen sie hilfreich sein. Jeder scheint einen anderen Fokus beim Schreiben zu setzen. Gerade bei Blogs entwickelt jeder Blogger nach einer bestimmten Zeit einen eigenen Aufbau für Rezensionen. Manche unterteilen ganz stark nach bestimmten Abschnitten (Figuren, Plot, Setting), die hinter her die Gesamtpunktzahl ausmachen, andere schreiben lieber lange Fließtexte, die sehr unübersichtlich wirken. Für welche Form man sich auch entscheidet, oftmals ist der Inhalt gleich und das Ziel sowieso. Aber was sollte eigentlich in eine Rezension und was besser nicht? 

1. Die wichtigsten Daten

Für mich ist immer wichtig zu wissen, welche Ausgabe hier rezensiert wird. Also: Name des Autors, Verlag, Jahr, Format, Seitenzahl und Preis - diese Angaben gehören irgendwo in die Rezension. Seit es in einer Fußnote, ganz oben neben dem Coverbild oder oder oder.

2. Cover/ ein Bild vom Buch

Für mich gehört in eine Rezension immer auch ein Bild des Buches, weder von der Presseseite des Verlages, oder abfotografiert. Wenn Ihr Euch das Buchcover von der Verlagsseite holt, schaut immer im Pressebereich des Verlages nach, ob es okay ist. Die meisten Verlage haben wegen der vielen Fragen schon eine F.A.Q. dazu eingerichtet. Zum rechtlichen Aspekt des Abfotografierens findet ihr hier mehr (danke an den anonymen Kommentator).

3. Teil einer Serie?

Ist das rezensierte Buch Teil einer Serie und wenn ja, welcher, welches Buch ist diesem vielleicht vorausgegangen und wann kommt das nächste Buch raus? Vielleicht spielt dieses Buch auch in einem bestimmten Universum und ist eine Auskopplung? Super ist das immer, wenn bereits andere Teile rezensiert wurden und diese Beiträge verlinkt werden.

4. Inhaltsanhaltgabe

Ich schreibe immer eine kleine Inhaltsangabe und setze diese an den Anfang der Rezension. Eine Inhaltsangabe ist für mich wichtig, damit Leser wissen, worum es in dem Buch geht. Ich schreibe sie meist selber, weil sie dann kürzer sind. Ich orientiere mich aber wegen des Maßes an Informationen um nicht zu spoilern an den offiziellen Buchrücken/Inhaltsangaben. Für mich gehört eine Inhaltsangabe dazu, sie sollte aber knapp sein und sich nicht durch die ganze Rezension ziehen. Oftmals treffe ich auf Rezensionen, die mehr eine Nacherzählung des Romans sind, als eine wirkliche Bewertung von Logik, Atmosphäre und Schreibstil. Und hier kommen wir schon zum nächsten Punkt:

5. Keine Spoiler (?)

Spoiler sind ein heikles Thema. Ich persönlich lese Rezensionen oftmals um über Bücher zu diskutieren, die ich bereits gelesen habe, oder ich möchte vor dem Lesen ein paar Highlights erfahren. Andere werden verständlicherweise stinksauer, wenn sie auf einen Spoiler stoßen (gerade bei bestimmten Genres ist dies sehr nervig). Grundsätzlich sollte gelten: Wenn man spoilert, sollte man dies gleich zu Anfang ordentlich kennzeichnen, sodass es jedem sofort ins Auge fällt. (Wikipedia versucht sich hier an der Definition von Spoilern.)

6. Autor =/= Buch

Diesem Punkt stehe ich sehr ambivalent gegenüber. Mir fällt es einerseits schwer, einen Autor von seinem Werk zu unterscheiden, wenn es sich dabei um einen Homophob handelt (siehe Orson Scott Card, den Autor von Ender's Game). Meine Haltung zum Autoren sagt im Prinzip nichts über das Buch aus, beeinflusst aber die Art und Weise, wie ich etwas lese und bewerte. Wenn es sich aber um einen 08/15 Autor handelt, ohne extreme Ansichten oder Stalkingtendenzen fällt es doch sehr leicht. Ganz unvoreingenommen gehe ich aber besonders auf Werke zu, deren Autor ich nicht kenne. Bücher sind für mich nicht die Babys eines Autoren, sondern Produkte, hinter denen eine ganze Industrie steckt und mit denen Geld gemacht wird. Deswegen bewerte ich Bücher als ein Produkt und versuche immer über das Buch zu reden, statt den Autor beim Namen zu nennen. Das funktioniert natürlich nicht immer.  

7. Abstand und Notizen helfen

Mir persönlich hilft es eine Rezension mit etwas Abstand zum Lesen zu schreiben. Oftmals ist das schwierig, weil ich mir nie Notizen mache. Soll aber helfen, hab ich gehört :D Abstand hilft, das Buch noch mal Revue passieren zu lassen und zu sehen, wo die Schwachstellen und die Stärken waren. Dadurch bekommt eine Rezension meist eine objektivere Note.

8. Punktevergabe und Fazit

Je nachdem wie lang die Rezension ist, hat nicht jeder die Lust und Zeit sich alles durchzulesen. Vor allen Dingen, wenn man vielen Buchblogs folgt. Deswegen kommt man den Lesern entgegen, wenn man mit Punkten arbeitet und das Fazit nicht vergisst.

9. Rezensionsexemplar kennzeichnen

Der Punkt ist mir sehr wichtig. Handelt es sich um eine Rezension zu einem Rezensionsexemplar, will ich als Leser das wissen. Für mich hat das Einfluss auf meine Rezeption Eurer Rezension. Viele sagen, dass es keine Rolle spielt, ob man das Buch zur Verfügung gestellt bekommen hat oder nicht. Für mich tut es das, denn ich persönlich glaube nicht, dass man eine Rezension ganz unbefangen schreiben kann, wenn man etwas umsonst bekommen hat. Zudem ist es rein rechtlich sowieso verpflichtend, Werbung zu kennzeichnen. Und Rezensionsexemplare werden nun mal zu Werbezwecken versand.

10. Habt etwas zu sagen

Schreibt nicht darüber wie toll der Held war, sondern erklärt genau was Ihr gut fandet. War die Welt glaubwürdig? Und die Charaktere? Konnte man die Handlung nachvollziehen? Wie war die Atmosphäre? Und der Schreibstil? Seid ihr beim Lesen über Metaphern gestolpert, die keinen Sinn ergeben haben? Schwärmt nicht nur 3 Din A 4 Seiten lang über den 08/15 Bady Boy, sondern versucht das Buch kritisch zu betrachten.

Ich denke, dass diese kleine Zusammenfassung definitiv nicht Eure Orientierung bei der nächsten Klassenarbeit sein sollte. Tatsächlich handelt es sich mehr um eine subjektive Meinung, die sich mit der Zeit und vielen verschiedenen Diskussionsbeiträgen rund um das Thema gebildet hat. Natürlich werde ich auch nicht immer meinen eigenen Ansprüchen gerecht. Mir gehts mehr darum, es zu versuchen oder sich immer wieder Gedanken darüber zu machen, wie ich etwas besser machen kann.
Was gehört Eurer Meinung nach in eine gute Rezension? Vielleicht kennt Ihr auch Buchblogger, deren Rezensionen Ihr lest und total vertraut und die gute Beispiele für gute Rezensenten sind? Dann immer her damit!

Kolumne | 7 Gründe wieso ich online Bücher shoppe

 
Dieser Post ist inspiriert von diversen Rants der lieben Bou, die auf ihre Kritik über den schlechtenn Service einer Buchhandlungskette, ein paar sehr herablassende Kommentare bekommen hat und diversen Tweets+Pics die immer und immer wieder auf meinem Twitter Feed auftauchen und mich daran erinnern, was für ein schlechter Mensch ich doch bin, weil ich Bücher online bestelle. 

Kolumne | Die Vor- und Nachteile von Rezensionen mit einem Stern


Ich liebe Rezensionen, gerade auf Social Reading Plattformen wie Goodreads, wenn Hunderte oder Tausende andere bereits das Buch gelesen haben, das ich mir gerade reinpfeife. Dabei ignoriere ich die 5, 4 und 3 Sterne Reviews stets und stürze mich immer sofort auf die schlechtesten Ergebnisse:  

Die 1 Stern Rezension.

Die meisten Autoren verteufeln sie, es gibt sogar Autoren, die wegen schlechter Rezensionen ausrasten ( *chrm chrm* Kathleen Hale und Dynaln Saccoccio *chrm chrm*). Für Leser haben sie Vor- und Nachteile.

Die Vorteile:

  • Was der andere hasst, ist vielleicht positiv für Dich: Nicht jede 1 Stern Rezension besteht aus lauter obszönen, herablassenden Gefluche, indem der Autor verteufelt wird. Viele Rezensenten zählen Dinge auf, die für sie nicht funktioniert haben. Rezensionen sind subjektiv. Wofür ein Buch von dem einen kritisiert wurde, muss nicht unbedingt schlecht für den anderen sein. Vielleicht hat der Rezensent zu viele Bücher dieses Genres gelesen und vergleicht etwas, was für Dich völlig neu ist, mit 100 anderen Büchern, die Du aber nicht kennst. Best Case: Du bekommst gleichzeitig noch ein paar Literaturempfehlungen.
  • Sie können ein Buch interessant machen: Kennst Du das, wenn Du einen solchen Verriss gelesen hast, dass Du unbedingt nachvollziehen willst, worum es geht und wieso es so grottig ist? Mir geht es gerade bei Grey so.   
  • Ich nehme ein Buch erst durch schlechte Rezensionen ernst: Ich traue Büchern nicht, die nur 5 oder 4 Sterne Rezensionen haben. Ich hab schon des Öfteren den Fehler gemacht und darauf vertraut und wurde jedes Mal bitter enttäuscht. Natürlich spielt dabei auch die Anzahl der Rezensionen eine Rolle. Wenn 100 Rezensionen 4+ sind und die Autorin oder der Autor dann noch selbst publiziert hat, ist die durchschnittliche Gesamtnote meiner Meinung nach stark durch private Bindungen beeinflusst. 

Die Nachteile:

  • Sie können dein Leseerlebnis negativ beeinflussen: So ging es mir bei The Girl on the Train. Ich meine, das Buch hat sowieso schon geschwächelt, weil es das neue Gone Girl genannt wurde. Aber nachdem ich den Fehler begannen hab, VOR dem Lesen, bei Goodreads die negativen Rezensionen zu lesen, hab ich ihm kaum noch eine Chance gegeben. Zum einen wurde ich total gespoilert, zum anderen habe ich beim Lesen nach den kritisierten Fehlern gesucht. FAIL! 

Kennt Ihr noch weitere Gründe für oder gegen 1 Stern Rezensionen? 

Kolumne | Englisch vs. Deutsch (?)

Mit dem Lesen englischsprachiger Bücher habe ich mit 16 angefangen. Ich war eine Niete in Englisch und hatte diesen Lehrer, der mir Angst gemacht hat. Ich wollte nicht mehr bloßgestellt werden, nicht mehr diejenige sein, über deren Aussprache man lacht, aber ich war auch fürchterlich darin, Grammatikregeln und Vokabeln auswendig zu lernen. Also hab ichs über versucht der Sprache über mein Hobby näher zu kommen, dem Lesen!

Kolumne | Die lieben Literatursnobs


Ich hatte dieses Wochenende das Vergnügen an einem Blogger-Workshop teilzunehmen. Leider war es keiner dieser hippen Blogpotential Workshops, sondern wurde von einem linksliberalen Herren, der mit seinen Texten am liebsten die nächste Revolution anzetteln würde, geleitet. Wir sollten Blogs vorstellen, die wir für gut halten. Ein Mädel hat einen Interior Design-Blog vorgestellt und der erste Post zeigte eine Dame, die vor ihrem Bücherregal saß, das nach Farbe sortiert war. Der Kursleiter sah sich dazu zu einem seiner unglaubich herablassenden Kommentare veranlasst: "Öhöhöhö, ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber als jemand meines Alters stehen mir die Haare zu Berge, wenn ich solche Regenbogenregale sehe und Bücher so behandelt werden." Ich hätte ihm meine Tastatur am liebsten an den Kopf geschleudert!

www | Book Nerd Problems (von Epic Reads)

Epic Reads ist eine Buchliebhaber Community von Harper Collins aus dem englischsprachigen Raum mit dem Hauptfokus auf Jugendbüchern. Dabei ist nicht nur die Community oder deren Tumblr und Twitter Accounts wirklich lesenswert, sondern auch ihr Youtube Channel Book Nerd Problems einfach sehenswert. Es handelt sich um eine Vielzahl von kurzen Videos, die Situationen behandeln, die der ein oder andere Booknerd sicher kennt (wie zum Beispiel den Bus oder den Ausstieg zu verpassen, wel man zu sehr in die aktuelle Lektüre vertieft war. :P


Mit Verweis auf meine letzte Kolumne: in fremde Bücher reinschreiben ist selbst bei mir ein absolutes No-Go! So sehr ich sie auch sonst misshandel. :D (es sei denn, es handelt sich um ein Wanderbuch und Kritzeln ist ausdrücklich erlaubt!)

Kennt ihr den Channel? Welches ist euer liebstes Video, findet ihr so manche Situationen zu weit hergeholt und mit welchem BNP könnt ihr auch am meisten identifizieren?

Kolumne | Warum man mir keine Bücher leihen sollte!

Wenn ich manchmal so durch die Buecherblogger-Sphäre streife, fällt mir auf, wie viele Lese ihre Bücher als Schätze ansehen. Wie penibel sie diese pflegen, wie sie ausrasten könnten, wenn Eselsohren in ihren Büchern zu finden sind und ihnen Angst und Bange wird, wenn jemand sie fragt, ob sie eines dieser Schätzchen verleihen würden. Und diese Angst ist berechtigt, denn da sind immer Leser wie ich:

Kolumne | Lesen als Entspannung und Pflicht

Dieser Post wurde von einem Post bei Bookriot inspiriert. 

Meine Studienwahl: Germanistik

Ein großer Part, der mich dazu angetrieben hat, Germanistik zu studieren, war meine Leseleidenschaft. Bücher zu lesen und zu besprechen, die Augen geöffnet zu bekommen für großartige Werke der deutschsprachigen Literatur, über meinen üblichen Tellerrand hinaus zu gucken - das alles klang wirklich vielversprechend. Dann noch die Möglichkeit durch die Wahl meines Ergänzungsfaches die deutschen Werke mit englischen zu ergänzen? Hammer. Jetzt, viele Semester und einen Auslandsaufenthalt später, schließe ich dieses Jahr meinen Master in Germanistik ab und werde ein bisschen melancholisch.


Germanistik - die Ernüchterung

Zum einen, weil ich ein Studium gewählt habe, durch dass ich mein Hobby ausbauen kann und ich habe nie mehr Bücher als nötig gelesen. So motiviert ich am Anfang war, es hat schnell damit begonnen, das ich am Anfang des Semesters vor dem Seminarplan saß und angefangen habe die Sitzungen auszusortieren, für die die Bücher, die wir besprechen sollten, entweder zu teuer oder zu lang waren. Oder ich habe in Bücher reingelesen und sie dann, nachdem ich ein Gefühl für den Schreibstil bekommen habe, schnell wieder weggelegt. Bücher wurden zur Arbeit für mich und wie jeder Student (zu wenig Zeit, zu viele Dinge die einem Ablenken wie das Internet, tolle Sendungen, Bücher die ich wirklich gerne lesen möchte), hab ich verscht maximalen Erfolg aus minimalem Arbeitsaufwand herauszuziehen. Bücher waren nicht mehr etwas, das ich geliebt habe, sondern das ich so schnell wie möglich hinter mich bringen musste. Das Durcharbeiten der Lektüreliste wurde für mich zur Qual. Dauerndes Zeilenspringen und das Zählen von Seiten, die ständige Frage nach dem: Wie lange brauch ich noch?, haben mich davon abgelenkt großartige Werke als solche zu genießen und wertzuschätzen. Ich habe zwei Arten von Lesen entwickelt: Das Durchquälene (Uni) und das Verschlingen (Freizeit Literatur).

Dabei ist ein Literaturstudium nicht schlecht - nur eben nicht so inspiriert wie erwartet. Allgemein ist die Uni nicht mehr so inspiriert. Es ist eher ein Jagen nach Noten und der Kampf um die Plätze in der Bibliothek, anstatt mit löchrigen Hosen im Kaffee zu sitzen und intellektuelle hochwertige Gespräche zu führen und politisch aktiv zu sein.Dabei hab ich nach etlichen Semestern germanistischer und anglistischer Literaturwissenschaft auch einige Schätzchen für mich entdeckt, die ich sonst nicht kennengelernt hätte.

A Prayer for the Dying von Stewart O'Nan ist ein Western in der zweiten Person Singular geschrieben und enthält eine Seuche, Nekrophilie und Wahnsinn. Das Werk ist nur süße 195 Seiten lang und ein wilder Ritt. Einfach empfehlenswert. 

Ich habe hier schon einmal Sylvia Plath's Feigenbaum Analogie vorgestellt. Diese ist aus The Bell Jar entnommen, Syvia Plath's einzigem Roman, der auch noch semiautobiografisch ist. Man erhält einen grandiosen Einblick in die junge Plath.

Literatur und Literaturtheorie

Neben tollen Büchern habe ich auch einen ganz neuen Blickwinkel auf Literatur erhalten. Literaturtheorie kann unglaublich trocken sein, zugleich aber auch spannend und dich persönlich so sehr beeinflussen, dass du Werke, die du einst geliebt hast nicht mehr als so perfekt wahrnehmen kannst und so gleich erkennen musst, wie viele Autoren, die du einst bewunderst hast, rassistisch, sexistisch und homophob waren. Die ganze Welt bekommt plötzlich Graustufen und die Literatur, die du täglich liest, muss sich nun an ganz anderen Maßstäben messen. 

Wie sieht es da bei euch aus? Studiert jemand von euch Germanistik und/ oder Literaturwissenschaft und ihr fühlt euch genauso? Welches Buch habt ihr durch das Studium und die Schule kennen und lieben gelernt? Und an all die frischen/ baldigen Abiturienten: Hat einer von euch schon mal mit dem Gedanken gespielt Germanistik/ Literaturwissenschaft zu studieren?

Kolumne | Autor und Leser Interaktion - the worst case scenario

 
Die Möglichkeiten für Autoren sich zu vermarkten sind heutzutage endlos. Wurde man früher per Mundpropaganda empfohlen oder hatte das Glück, dass das eigene Werk in einer Zeitung besprochen wurde, passiert heute vieles online. Autoren haben die Möglichkeiten sich selbst zu publizieren und zu vermarkten und auch wenn sie unter Vertrag bei einem Verlag sind, wird ihnen ans Herz gelegt sich über die verschiedensten Social Media Kanäle (Twitter, Goodreads, Lovelybooks etc.) mit den Lesern in Verbindung zu setzen. Durch Interaktion wird der Leser gebunden. Der Leser bekommt durch offene Kommunikationskanäle die Möglichkeiten den Autoren Fragen zu stellen, Fragen zu beantworten - einfach: zu kommunizieren. Autor und Leser rücken näher - was unglaublich cool sein kann, wenn man geflasht von einem unglaublichen Buch, sich nachts bei der Autorin in ganz öffentlicher Form bedankt:
Und tatsächlich eine Reaktion erhält:
Es kann aber auch unglaublich schief gehen, wie ich heute durch Zufall sehen musste. Auf der Webseite des The Guardian hat die Autorin Kathleen Hale in aller Ausführlichkeit davon berichtet, wie sie eine Rezensentin stalkte.

In Kürze: Kathleen Hale, Autorin von No One Else Can Have You, liest entgegen jeder Empfehlung von Verlegern und Kollegen, Reviews zu ihrem Werk. Eine davon stößt ihr besonders auf. Sie beginnt die Bloggerin Blythe Harris zu stalken. Erst ganz milde, indem sie versucht mehr über Harris heraus zu finden.

Dann aber kommt Hale irgendwie an die Adresse der Bloggerin und ihr fallen ein paar Ungereimtheiten zwischen dem was sie über Google Earth und einer bezahlte Auskunft erfährt und dem was die Bloggerin auf ihren Social Media Kanälen über ihr Privatleben teilt. Hale glaubt, dass sie ge-"catfished" wurde. Dies ist ein Begriff aus dem Online Dating und bezeichnet Betrüger, die vorgeben jemand/etwas zu sein, dass sie nicht sind, um eine romantische Beziehung mit ihrem Opfer einzugehen. Absolut unangebracht in diesem Kontext. Die beiden haben gar keine Beziehung, außer über ihr Buch.

Durch diesen Glauben und Hales Anschuldigungen von der Bloggerin gemobbt worden zu sein (die alle haltlos zu sein scheinen. Die Goodreads Review gibt nichts in der Hinsicht her), sieht die Autorin Hale sich darin bestätigt, weiter zu machen. Und weiter bedeutet: Hale mietet sich ein Auto und steht plötzlich vor der Tür der Bloggerin, weil sie die 'Wahrheit' über die Identität der Bloggerin Harris herausfinden will und mit ihr reden möchte. Es kommt zu keinem Kontakt an dem Tag.

Hale schafft es dann irgendeine Frau ans Telefon zu bekommen, die nach ihren Information Harris sein soll. Hale versucht die Frau als Harris zu überführen, bekommt aber letztendlich keine wirkliche Bestätigung für all ihre Theorien. Die Bloggerin Harris privatisiert daraufhin all ihre Social Media Kanäle und Hale bekommt die Möglichkeit ihre Taten beim Guardian zu glorifizieren: Als eine Autorin, die sich nur gegen eine mobbende Rezensentin wehrt und somit Stalking als Mittel zum Zweck legitimiert.

Dabei gibt es keine Screenshots von besagten Anschuldigungen, keinerlei Möglichkeiten, alles was passierte wirklich nachzuempfinden. Alles was stattgefunden haben soll, ist nur Hören-Sagen von Seiten der Autorin. Von Harris war bisher nichts zu hören. Besser kann es wohl der Artikel auf dearauthor.com, bei dem es um die Wichtigkeit von Pseudonymen geht, erklären.

Die ein paar Absätze zuvor verlinkte Rezension von Blythe Harris lautet inzwischen nur noch "F*** this", was ich durchaus nachvollziehen kann. Harris Reading Progress Updates sind hingegen noch online und ich kann dort nichts finden, was ich als Mobbing bezeichnen würde. Sie wurde von einigen Kolleginnen dafür kritisiert, dass sie das Buch für bestimmte Aussagen bereits beurteilt hat, ohne an dieser Stelle im Buch bereits angekommen zu sein. Im Prinzip genauso verwerflich wie ein Buch zu bewerten, das man abgebrochen hat. Ob man dazu berechtigt ist, etwas zu bewerten, das man nicht zu Ende gelesen hat, ist eine Diskussion für einen anderen Tag. Für die Punkte die Harris nach Hales Aussagen, falsch kritisiert hat, hatte Harris meiner Meinung nach eine gute Begründung. Nichts was ich Autoren nicht auch schon vorgeworfen habe.

Was mich an der ganzen Sache am meisten ärgert, ist das The Guardian so jemanden wie Kathleen Hale, die bereits zuvor über ihre Stalker Tendenzen berichtet hat (und wo sie sich erneut als das Opfer dargestellt hat), eine Plattform für ihre einseitigen haltlosen Behauptungen gegeben hat und sie als Heldin darstellt, die sich nur gegen die bösen Trolle mit Stalking gewehrt hat. Kathleen Hale scheint sich keiner Schuld bewusst und durch die positive Resonanzen in der Kommentarfunktion von leichtgläubigen Lesern, wird sie wohl auch niemals wirklich kapieren wie falsch diese ganze Aktion war. 

Kolumne | Prequel, Sequel, Teaser, Novella???

Manchmal glaube ich das ich ein bisschen zu sehr durch das Aufwachsen mit Harry Potter und dem Beiwohnen eines Wunders verwöhnt bin. Es fällt mir schwer gewisse neue Entwicklungen nicht als etwas Neues und in sich sicher genauso Gutem zu wertschätzen. 
Was ich meine ist: wenn man mitbekommen hat wie J. K. Rowling ein ganzes Universum erfindet, sieben Bücher plant und genauso viele schreibt und veröffentlicht und diese eine durchgehend stringente Story beinhalten, mit vielen Einzelheiten die am Ende zusammen kommen... wie kann man dann Bücher, die eine tolle Unterhaltung waren und dann durch Prequels, Sequels und Perspektivenwechsel zerstört werden, noch genießen? Habe ich mich letztes Jahr im September noch über das Phänomen selbst verlegende Autoren gefreut, bin ich jetzt wirklich von den Nebeneffekten genervt.
  • Es gibt nie allein stehende Geschichten, schön in einem Band verpackt, denn...
  • ...entweder wird ein Sequel angehängt. Die Lovestory ist beendet, durch HEA oder einem gut gemachten Open End und BAM! kommt das Sequel, das "Was geschah danach?" voller künstlicher Probleme. (Beste Beispiele aus meinem Regal: Lost & Found/ Near & Far von Nicole Williams)
  • ...oder die Geschichte muss aus seiner Sicht wieder erzählt werden, was aber nicht bedeutete dass man neue Szenen bekommt. Nur die gleichen Dialoge mit anderem Text Drumherum, meistens ein bisschen mehr Erotik, weil ist ja aus der Sicht von einem Kerl und da ist es nur natürlich das die Hose dauernd eng ist. Vorurteile much? (Beste Beispiele aus meinem Regal: Beautiful Disaster/Walking Disaster von Jamie McGuire, Hopeless/ Losing Hope von Colleen Hoover, Wait for You/ Trust in Me von J. Lynn u.v.m.)
  • Ab Band XY wird seine Sicht dazu addiert werden, denn es ist einfacher die Handlung, die nun etwas verworrener wird, nicht nur aus ihrer zu beschreiben. (Beste Beispiele aus meinem Regal: Fallen Crest High #3, Lux #4)
  • Das # X.5 Buch. Kein richtiges Sequel, sondern mehr eine Ministory, eine sogenannte Novella/Novelle. Dabei handelt es sich meistens um Auszüge aus dem HEA, wie die Hochzeit, das erste Kind etc. und man bezahlt für etwas in sich absolut zusammenhangloses Geld anstatt es als Fan Service umsonst zu bekommen. Manchmal blecht der Leser sogar mehr, als für das eigentliche Buch. (Beispiele aus meinem Bücherregal: Beautiful Disaster, Walking Disaster und der Hammer für 7,91/€161 Seiten A Beautiful Wedding von Jamie McGuire. Dabei handelt es sich um die Kindle Version)
Das Ding ist, ich verlange keinen neuen Harry Potter. Erst Recht nicht bei Chic Lit oder (M)YA/NA. Aber ich erwarte zumindest die Standhaftigkeit eine Story so stehen lassen zu können wie sie ist, und sich von Anfang an zu fragen: Wo will ich damit hin und wie soll das Ganze enden? Und wenn der Autor oder die Autorin sich dann doch noch zu einem Zusatzkapitel entschließt, oder zu einem zweiten Band, sich diese Fragen auch dann noch zu stellen und es ernst zu meinen. Ich bin wirklich gefrustet von Büchern, die so offensichtlich mit Dollarzeichen in den Augen geschrieben wurden. Natürlich ist mir bewusst, dass Schreiben auch ein Beruf ist und jeder Hobbyautor davon träumt eines Tages damit Geld zu verdienen, aber gerade Autoren wie Jamie McGuire, die sich zu Anfang selbst verlegt hat und durch Social Media, Mundpropaganda und eben ihren kleinen Preis so groß geworden ist, tritt ihre Fans im Prinzip durch diesen Witz A Beautiful Wedding in den Arsch. Wenn man es denn nach Walking Disaster überhaupt noch kauft...

Geht es hier irgendwem ähnlich wie mir oder gibt es andere Meinungen? 

Kolumne | Heldinnen Bashing

Ich bin über diesen Tweet von Maggie Stiefvater bei Tumblr gestolpert und hängen geblieben, weil es mich stutzig machte. Werden Protagonistinnen von den Leser wirklich heftiger als ihr männlicher Gegenpart kritisiert?  Ich meine, ich gehe davon aus dass Maggie Stiefvater hier über ihre eigene Leserschaft redet, vielleicht Rezensionen zu ihren Büchern gelesen oder Fanmail erhalten hat und sich im Allgemeinen dieser Eindruck herauskristallisierte. Ihre Bücher sind Jugendbücher voller Fantastik und Romantik - die offensichtlich eine bestimmte Zielgruppe haben: Mädchen, junge Frauen, das weibliche Geschlecht jeden Alters. Ich bin Teil dieser Zielgruppe, also werfe ich einen Blick auf meine Reaktion beim Lesen zurück: 

Gehe ich härter mit weiblichen Hauptcharakteren um? 

Ich meine, ich suche mir bewusst Bücher mit weiblichen Hauptcharakter aus, weil ich weiß dass ich ein wenig Herzschmerz zu einem großartigen Abenteuer bekomme. Außerdem kann ich mehr mit ihnen anfangen, fühle mich verbundener, als mit einem Jungen ... von wegen gleiches Geschlecht und so. Und dann natürlich der männliche Gegenpart, der zweite Teil des Liebespaar. Wenn ich zurückblicke glaube ich dass ich oft sehr nachsichtig bin, selbst wenn er ein absolutes Arschloch ist. Ich habe letzte Woche eine Review zu D.U.F.F. von Kody Keplinger gelesen in der Wesley total zerrissen wurde und habe darauf ein paar Stellen nachgelesen. Ja, er ist ein totales Arschloch und lässt ziemlich grausame Aussagen vom Stapel und trotzdem verzeihe ich ihm vieles wegen seiner guten Momente. Das ist wohl allgemein mein Kriterium für den männlichen Protagonisten: Er kann ein totaler Arsch sein, solang er einen weichen Kern hat. Oder, im Fall von Mason (Fallen Crest High), solang nur die Heldin (und sein Bruder) seine Schwachstelle ist. Aber das ist der männliche Part und eigentlich ging es mir doch um SIE!

Was wir an der Heldin kritisieren:

Durch rumklicken bin ich auf einen anderen von Stiefvaters Tweets gestoßen, in dem sie auf den Blog von Steph (S. E. Sinkhorn) verweist, die in einem unterhaltsamen Post tolle Tipps gibt, für das Schreiben einer perfekten Heldin, so dass man nicht eine Mary Sue kreiert. Es sind insgesamt 25 Punkte und sie könnten teilweise widersprüchlicher nicht sein. Wer sich den Post ein Mal durchliest weiß was ich meine und hat sich vielleicht auch dabei ertappt an jeder Protagonistin dass zu kritisieren, was er an dem Buch zu vor noch gelobt habt.

Ich zum Beispiel: Bei Beautiful Disaster ging es mir tierisch auf die Nerven, dass Abbie so tussig war und dauernd zum Mani Pedi gerannt ist, während es mir in Fallen Crest High nicht gefällt dass Sam scheinbar gar nicht auf sich achtet und dauernd vom Joggen in Schweiß gebadet ist. In Rush Me ist Rachael zu feministisch was sie nur noch als Zicke rüberkommen lässt, weil sie scheinbar blind auf Prinzipien herumpocht, während Ana in Fifty Shades definitiv Rückrat fehlt. Ich meine nicht im letzten Teil, aber sie hätte sich viel öfter gegen Christian durchsetzen müssen. Nur weil er einen Therapeuten für seine Problemchen braucht, heißt es schließlich nicht, dass sie für ihn aus Liebe auf ihre Freiheit verzichten muss. Dabei ist mir Blue bei The Raven Cycle zu weinerlich und dramatisch wegen dieser Kuss-Sache, obwohl ich Adam als interessanten Charakter abstempel, obwohl er - seien wir mal ehrlich - ein egoistisches Arschloch ist und gerade Gansey im Prinzip dauernd das Herz bricht. Am aller schlimmsten ist, wenn die Heldin dauernd weint, obwohl ich es auch oft genug tue ohne das gerade irgendetwas Weltbewegendes passiert. Nach meiner Logik darf ich weinen wann immer ich möchte, sie sinkt aber sofort in meiner Achtung. Ja, rückblickend: Ich werte wirklich so hart.

Die Mädels müssen für mich einen perfekten Mix treffen. Perfekt bedeutet: Auf ihr Äußeres achten aber nicht zu sehr, sich nicht rumschupsen und retten lassen, witzig und klug sein, aber nicht übermäßig zickig. Sie sollen definitiv keine Jungfrau sein, aber vielleicht doch nicht zu viele Kerle hinter sich haben, dass ich noch die besondere Bindung zu DEM einen nachvollziehen kann. Ich will eine starke Frau und da hört es mit der Gleichberechtigung bei mir dann auch auf, denn ich habe noch nie von einem Mann erwartet, dass er als starker Mann dargestellt wird. Oft ist das stark impliziert durch sein Geschlecht und oft wird über die Tiefe seines Charakters diskutiert, die Vielseitigkeit, wie interessant er doch ist, während sie nur von Interesse ist, wenn sie vorne in der ersten Reihe mit den Männern wie ein "Mann" kämpft und ein "starker" weiblicher Charakter ist.

>Screw writing "strong" women<

Am interessantesten zu der ganzen Thematik ist für mich unter anderem ein Beitrag von von Lori bei Tumblr. Sie wird dort von einem Fan über das Schreiben von starken Frauen befragt und antwortet mit einem unglaublichen Beitrag, von dem ein bestimmter Auszug sich in vielen Memes wiederfindet (z.B. zu Glee, Once Upon a Time). Wirklich lesenswert.