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on the road // Weimar in drei Tagen

Weimar in 3 Tagen: hier die Must-sees


Oder auch: die schönen und hässlichen Seiten deutscher Geschichte

Seitdem ich die Studium Emotionale Dilogie gelesen habe schwirrte es mir im Kopf herum: Ich muss Weimar einmal sehen. Und mich vielleicht auch endlich mal mit Goethe auseinandersetzen. Was habe ich eigentlich die letzten 6 Jahre im Studium gemacht?

Und nachdem ich wieder beim gemütlichen Zusammensein im Freundeskreis davon angefangen hab, hab ich schnell eine Mitreisende gefunden, das Hotel gebucht und den Urlaub eingereicht. Am Dienstag nach der Frankfurter Buchmesse sollte es losgehen!

Wir sind Dienstag nachmittags in Weimar angekommen und es war atemberaubend. Allgemein bin ich sowieso der Meinung, dass der Herbst die idealste Zeit zum Städtereisen und Kulturaufsaugen ist. Nicht bringt die Atmosphäre in so kulturreichen und historischen Städten wie Oxford, Bath oder eben Weimar zum Vorschein als die Farbenpracht des Herbsts. Wir fuhren an einem Wohnpalast nach dem anderen vorbei, bis wir endlich am Hotel waren. Am ersten Nachmittag sind wir nur rumgerannt, haben uns versucht zurecht zu finden, Tickets für die Stadtführung am nächsten Tag gekauft und den nächsten Tag grob geplant.

Und es ging zu einem der Highlights: Dem Goethe Wohnhaus und dem daneben liegenden Goethe-Nationalmuseum. Ich muss ja gestehen, als Deutsch-GKler haben wir nicht viel Goethe durchgenommen und in der Uni fand ich andere Autoren interessanter. Hier und da kannte man Konzepte, mit denen Goethe sich auseinandersetzte  - nur hab ich erst im Goethe-Nationalmuseum mehr verstanden. Es war wirklich interessant und gut aufbereitet. Absolut empfehlenswert!
Goethe und Anna Amalia Bibliothek in Weimar.
Am Mittwochmorgen ging es vor der Stadtführung zur Anna Amalia Bibliothek, Tickets sichern. Die Bibliothek ist heiß begehrt und es sind pro Tag nur eine abgezählte Zahl an Tickets verfügbar. Wir hatten einen großartigen Stadtführer. Auf unserer Tour sind wir am Hotel Elephant vorbei, haben uns Statuen von Berühmtheiten angesehen, sind zum Ginkgobaum, an Goethes Gartenhaus und an Shakespeare im Park an der Ilm vorbei, standen vor der Fürstengruft, vor Goethes und Schillers Haus und vor dem Deutschen Nationaltheater. Danach ging es erneut zur Anna Amalia Bibliothek, wo wir den berühmten Rokokosaal bestaunen durften.

Abends gab es reichlich Wein und eine der besten Käseplatten, die ich je gegessen habe. Besser konnte der Tag nicht zu Ende gehen.

Der Rückweg: 2 Seiten deutscher Geschichte
Am letzten Tag wollten wir die Rückfahrt nutzen. Also haben wir ausnahmsweise im Hotel gefrühstückt und dann schnell ausgecheckt und sind los. Der erste Stop: das ehemalige Arbeitslager Buchenwald.

Die Nähe von Buchenwald zu Weimar hat mich am Anfang beim Blättern durch den Reiseführer sehr verstört. Man kennt die Namen der bekanntesten Vernichtungs- und Arbeitslager, aber irgendwie hab ich nie nachgesehen, wo sie liegen. Buchenwald ist tatsächlich keine 20 Minuten von der Weimarer Innenstadt entfernt. Eine eigene Buslinie fährt regelmäßig hin. Es hat etwas gebraucht, bis wir uns auf dem riesigen Gelände zurecht gefunden und den Sammelpunkt für die stündlichen kostenlosen Führungen gefunden haben.

Mit einer gemischten Gruppe und einem Führer, der in Weimar aufgewachsen ist und die Zeit, in der das KZ unter Nazis genutzt wurde, miterlebt hat, sind wir über das Gelände und in das Arbeitslager rein. Es ist schwer auszudrücken, was ich bei der Besichtigung des Arbeitslagers empfunden habe. Der Reiseführer, den ich zuvor noch durchgeblättert hab, hat mit grauenhaften Anekdoten bereits versucht darauf vorzubereiten. Die Geschichten des Tourführers waren genauso schlimm. Und in dieses betretenen Stimmung war und ist es mir jetzt noch völlig unverständlich, dass es tatsächlich Leute gibt, die im Krematorium neben den Öfen für Fotos posieren.

Viel war nicht mehr von dem Arbeitslager übrig. Der Zaun, das Krematorium und einzelne Gebäude. Viele Gebäude wurden aber abgerissen und für den Wiederaufbau benötigt. Der Tourführer hat versucht uns ein genaues Bild zu vermitteln, nicht nur von den Geschehnissen, sondern auch  davon, wie viel die Weimarer damals gewusst haben.

Nach der offiziellen Tour hätte man sich noch weiter auf dem Gelände umsehen können. Uns war nicht danach. Nach einem kleinen Abstecher in die Buchhandlung auf dem Gelände sind wir wieder los.

Unser nächstes Ziel: Die Wartburg
Weimar und die Wartburg in Eisenach besuchen.
Bei der Reiseplanung hatten wir mit dem Gedanken gespielt, auch nach Eisenach zu fahren. Von der Stadt habe ich dann an sich nicht viel gesehen und was ich gesehen habe, gefiel mir nicht. Eisenach wirkte wie eine einzige Baustelle und die Fahrt zur Wartburg war nervig und lang. Endlich da durften wir erst mal satte 5€ für 1 1/2 Stunden parken zahlen. Toller Einstieg. Noch besser war, dass ich nicht drüber nachgedacht habe, dass die Burg auf einem Berg sein könnte - meine Schuhauswahl war nicht die beste für die Anzahl der Stufen. Die Burg an sich ist wirklich übersichtlich, weil man nirgendwo wirklich rein konnte ohne eine offizielle Führung. Die meisten Leute waren auch für eine Wanderung in der Umgebung gekleidet. Wir sind tatsächlich pünktlich zur nächsten Führung angekommen. Nach zwei Tagen in Weimar, wo ich als Nicht-Studentin 7€ pro Eintritt bezahlt hab, fand ich 9€ plus 2€ zum Fotografieren echt happig. Ich bin kein Geschichtsjunkie und alles, was vor 1800 passiert, fesselt mich nicht wirklich - dennoch war es echt cool die Räume der Wartburg zu sehen und die Geschichten, die sich in ihnen abgespielt haben sollen, zu hören. Nach der Führung wurde die Aussicht bestaunt - dann ging es wieder Richtung NRW in die Heimat zurück.

Weimar war wirklich atemberaubend und ist nicht nur für Germanisten eine Reise war. 

Must-sees und to-dos in und um Weimar: 

  • Goethe-Haus und das Goethe Nationalmuseum
  • Stadtrundführung organisiert von der Touristeninformation
  • Buchenwald mit einer Führung - jede volle Stunde!
  • Schiller Haus
  • Kaffee im Anno 1900 trinken - allgemein Kaffee in einem der vielen kleinen Cafés trinken
  • Einen Blick auf Goethes Gartenhaus werfen 
  • Anna Amalia Bibliothek
  • Wein trinken & kaufen!

on the road // Die #FBM als Buchmesse-Ersti erleben


Die Vorbereitung:

Die Bahnfahrt und Zimmer waren schon länger gebucht - aber das war auch das Einzige, um das ich mich so wirklich gekümmert habe. Ich hatte keinerlei Verpflegung dabei, keine Ahnung, wie ich von der Herberge zur Buchmesse komme (oder vom Bahnhof zur Herberge) und überhaupt wusste ich nicht, dass man sich für die Blogger-Events vorher anmelden bzw. bewerben muss. Ich war wieder einmal ein bisschen blauäugig. 1 Tag vorher habe ich die Buchmesse-App entdeckt und mir Veranstaltungen herausgesucht, die mich interessieren könnten. Wenigstens etwas, mit dem ich mich 3 Tage lang beschäftigen könnte. :D



Frankfurt

Viel zu früh bin ich am Freitag also los, habe in Düsseldorf den ICE nach Frankfurt bekommen und dort schnell meinen Koffer in der Herberge abgegeben. Ab ging es zur Buchmesse, immer der Masse hinter her. Und während ich so durch die Straßen von Frankfurt irrte, habe ich mich ein wenig verliebt. Meine Herberge war direkt am Main, nahe der Altstadt - wo ich immer in die U-Bahn zur Messe eingestiegen bin. Ein bisschen hab ich es bereut, dass ich keine Zeit für Sightseeing eingeplant habe, denn es war mein erstes Mal in Frankfurt und das was ich von der Stadt gesehen hab, gefiel mir.

Und dann endlich, die FBM

Auf dem Messegelände angekommen war ich einfach nur lost, schnell wurde mir aber klar, welche Hallen besonders hip sind und wo man das meiste erleben kann und ich meine zwei Lieblingsbühnen gefunden, bei denen ich mich des Öfteren aufgehalten habe (ja, ich stehe tatsächlich darauf, Vorträgen zuzuhören, auch wenn das nicht so wirkt, weil ich die meiste Zeit an meinem Handy rumspiele). Zum einen war das der Selfpublishing-Corner, zum anderen der Orbanism space. Ich hab mir diverse Vorträge zu Autor-Blogger-Kommunikation und Selbstmarketing als Autoren angesehen aber auch im Orbanism Space der Blogger Future Place (bfp16) Veranstaltung beigewohnt sowie einem Panel zu Blogs und Vlogs. Highlights waren hier das #bfp16 sowie einen Vortrag von Books on Demand. Enttäuscht war ich eher von den meisten Panels, weil ich das Gefühl habe, es wurde sich immer wieder wiederholt, nichts von Substanz gesagt und selbst bejubelt. Besonders das Panel zu Vlogs und Blogs war echt enttäuschend, weil nur Booktuber da waren und davon geredet haben, wie toll die Community ist und das man sich einfach trauen muss. Das Ganze war recht flach. Ich hatte eigentlich gehofft, dass es mehr kontroverse Thesen gibt, die diskutiert werden würden. Das einzige Tolle war für mich allerdings Sina zu lauschen, die für ihr Alter sehr selbstbewusst und souverän rüber kam. Ich wünschte, ich wäre mit 15 so gewesen.

Mein zweites Highlight war das Treffen mit Elif und ihrer nordischen Gang bestehend aus Mona, Corinna, Elif selbst und Julia sowie Lin, die wir auf dem Bookstagram-Treffen gefunden haben. Ich erinnere mich daran, dass Elif eine der Ersten war, die hier jemals kommentiert hat - umso schöner war es, dass es spontan zu einem persönlichen Treffen kam. Wir haben uns kurz vorm Bookstagram-Treffen gefunden und danach haben die vier mich unter ihre Flügel genommen und wir sind die nächsten 1 1/2 Tage über die Messe gezogen. Wenn ich andere Berichte über Buchmesse (ob Frankfurt oder Leipzig) lese, wird oft davon geredet, dass ein besonderes Highlight das Treffen mit Blogger-Kollegen ist. Ich kann es endlich nachvollziehen. :)

Der große Minuspunkt

Die Menschen waren mein Highlight, aber auch der Grund, wieso ich am Samstag am liebsten geflohen wäre. Es waren einfach zu viele. Und dann noch Menschen mit Koffern und Kinderwagen und und und. Ich hab zwischenzeitlich wirklich gedacht: "Geh einfach und erkunde Frankfurt. Die Stadt sollte leer sein, wenn alle hier sind." Hinter her war ich natürlich dankbar, dass ich geblieben bin, weil ich Elif&Co. getroffen habe und wir herausgefunden haben, dass es auch ruhige Hallen in der Messe gibt - z.B. die der internationalen Verlage. Gleichzeitig war das aber auch sehr merkwürdig, weil u.a. der Penguin Verlag einen riesigen Stand hatte, der einfach leer war. 


Weitere Highlights neben den verschiedenen Vorträgen und den lieben Menschen waren zudem:

  • Die ganzen Bücherwände
  • Der Stand von Thüringen und meine kleine Goethe-Figur
  • Der Illumat
  • Marie Graßhoff treffen
  • Meine signierte Kopie von Kernstaub :)
  • Der McRib am Hauptbahnhof, kurz vor der Heimfahrt


Mein kleines Resumee

Ich will gerne noch einmal zur LBM bevor ich endgültig Nein oder Ja zu Buchmessen sage. Leider scheint das Maß an bezahlbaren Unterkünften für die 2017er schon fast erschöpft. Auch würde ich glaube ich nie wieder das Wochenende mitmachen wollen, weil es mir wirklich viel zu voll war. Außerdem sollte ich mich das Nächste mal wirklich besser vorbereiten, um alles aus dem Presseausweis herauszuholen.

on the road // Der lit-tastische Oktober





Einer meiner Jahresvorsätze war es, endlich mal eine Buchmesse zu besuchen. Und es scheint wohl endlich zu passieren: Ich bin akkreditiert für die Frankfurter Buchmesse, habe für zwei Nächte noch Hostel-Zimmer erhalten und kann es kaum erwarten, vollkommen überwältigt zu sein! Ich fahre Freitag früh hin, werde meinen kleinen Reisekoffer beim Hostel ablegen und mich dann auf den Weg zur #FBM machen. Derzeit bin ich dabei dass Programm der #FBM zu durchforsten. Mich interessieren besonders Themen rund ums Marketing. Scheinbar kann ich auch im Urlaub nicht von der Arbeit lassen :D Ich werde von Freitag, dem 21.10. bis zum Sonntag, den 23.10. da sein. Vielleicht kennt ja jemand von euch eine tolle Veranstaltung, die ich übersehen hab, oder hat einen Geheimtipp, der nicht im offiziellen Veranstaltungsprogramm zu finden ist. Immer her damit! 

Seit ich Ende letzten Jahres die Studium emotionale Dilogie von Lina Barold gelesen habe, hab ich so einen kleinen Knacks für Goethe. So musste ich unbedingt Faust im Schaudpielhaus sehen, habe mir die Biografie von Safranski bestellt, die ich vor der Reise unbedingt noch lesen will, und versuche endlich mit einer Reise nach Weimar einen besseren Zugang zu Deutschlands berühmtesten Dichter zu finden. Das Germanistikstudium hat mir da leider nicht geholfen. Meine Freundin und ich haben ein schönes Hotel gefunden und werden uns einfach ins Auto schwingen, auf die andere Seite von Deutschland fahren und schauen, was uns so erwartet.

... vielleicht Berlin?

Das bezieht sich allerdings schon auf Anfang November. Denn: Arbeitstechnisch muss ich nach Berlin fliegen. Und wenn man schon einmal die Chance bekommt, umsonst zu fliegen: Wieso nicht noch das Wochenende bleiben? Das letzte Mal war ich in der zehnten Klasse in unserer Hauptstadt, deswegen wird klassisches Sightseeing auf dem Plan stehen, aber ich möchte ebenso unbedingt einmal die berühmt-berüchtigten Buchhandlungen wie ocelot und Dussmann besuchen. Berlin muss noch genauer geplant werden.

Das Wo ist geplant, aber teilweise fehlt noch das was? Welche Veranstaltung darf ich mir auf der #FBM nicht entgehen lassen? Wo finde ich spuren von Goethe in Weimar und was sollte ich beim Sightseeing in Berlin noch abklappern? Ich brauche Ideen!

on the road // Sarah Kuttner liest aus 180 Grad Meer

[Diesen Post habe ich kurz nach der Lesung vom 27.02.2016 in Köln geschrieben und er ist leider in meinem Kuddelmuddel untergegangen. Also: ein wenig verspätet, aber immerhin.]

Ich muss gestehen: Die Veranstaltung Samstag im Gloria Theaer war die erste Lesung, auf der ich jemals war. Lesungen kannte ich bisher nur von 1Live. Und dementsprechend hab ich mir das Ganze vorgestellt. Dass Frau Kuttner neben jemanden sitzt, der sie interviewt, man über das Buch spricht und wir Fragen zum Buch stellen können. So einem Dialog, dem wir beiwohnen dürfen. Tatsächlich war das Ganze eine One-Woman-Show. Ich glaub, bei ihr hätte ein Partner einfach nur gestört, weil sie uns auch ganz gut allein unterhalten hat.


Die Lesung an sich

Man hat von Anfang an gemerkt, dass sie das nicht zum ersten Mal macht. Der Einstieg war sehr geschäftsmäßig und routiniert. Wir haben am Anfang einen Ablaufplan über den Verlauf des Abends von ihr erhalten, was ziemlich cool war. Dann begann die Lesung, die ständig von ihr selbst unterbrochen wurde. Es war cool zu erfahren, wie ästhetisch und schön ihre kleinen Nasenlöcher sind und welche Schnäutz-Etikette sie bevorzugt. Die Lesung an sich war super, vorher gab es aber ein wenig Knatsch wegen Anweisungen bezüglich der Jacken. Auch haben diejenigen aus meiner Gruppe, die das Buch vorher gelesen haben (me+1), festgestellt, dass wir das nicht hätten tun sollen. Die Ausschnitte, die Frau Kuttner ausgesucht hat, waren cool und im Prinzip tolle Teaser. Ich konnte leider nicht aufhören daran zu denken, was nicht erwähnt wurde. Bei der Fragerunde hinter her wurden auch mögliche Fragen zu dem Buch sofort ausgebremst, obwohl die Antworten mich echt interessiert hätten.

180 Grad Meer - eine sehr kurze Rezension

Obwohl 180 Grad Meer selbst mich von der Handlung her nicht umgehauen hat, war es doch solide und ich mochte das Buch insgesamt doch sehr, weil es bei mir einfach alle Knöpfe gedrückt hat: ein nicht perfektes Ende, Hunde, das Meer und Großbritannien. Dazu kommt, dass Cover und Einband einfach toll waren. Buch und Lesung waren für mich eine Runde Sache.

Wer von Euch Lieben hat Sarah Kuttner schon mal live gesehen oder an einem Termin dieser Lesetour teilgenommen bzw. wird noch teilnehmen? 


On the Road | Paris

Vor einigen Monaten wurde bei Libromanie.de einmal montags nach Orten gefragt, die man besucht hat, nur weil sie in einem Roman vorkommen, gefragt. Wie der Zufall es so will, habe ich ein paar Tage vor meinem Tagestrip nach Paris Stephanie Perkins Anna and the French Kiss (auf Deutsch: Herzklopfen auf Französisch, cjb Verlag) gelesen und ein paar der Orte, die im Roman eine große Reihe spielen, waren Stationen unserer Tour. Hauptsächlich ging es dabei um Notre-Dame, den Point Zero und den berühmten Buchladen Shakespeare and Company. Leider hab ich es nicht mehr geschafft durch das Latin Quarter zu streifen. Zu wenig Zeit und zu viel zu sehen.

I recognize it from photographs, of course. But if St.Étienne is a cathedral, then it is nothing, NOTHING compared to Notre-Dame. The building is like a great ship steaming downriver. Massive. Monstrous. Majestic.
Es war nicht das erste Mal, das ich vor Notre-Dame stand. Und nicht das erste Mal, das ich enttäuscht davon war. Kennt ihr das, wenn Gebäude als so großartig dargestellt werden, so fantastisch und ihr dann mit der Wirklichkeit konfrontiert werdet und sie dann nur so... naja sind? Im Vergleich zu all den anderen majestätischen Bauwerken, die es zu allen Seiten hinweg zu entdecken gibt, ist Notre-Dame schmächtig und übertrampelt mit Touristen.


Zur Verfügung gestellt von Charlie Phillips unter der CC-Lizenz bearbeitet.
I look down, and I'm surprised to find myself standing in the middle of a small stone circle. In the centre, directly between my feet, is a coppery-bronze octagon with a star. Words are engraved in the stone around it: POINT ZÈRO DES ROUTES DE FRAMCE. "Mademoiselle Oliphant. It translates to 'Point zero of the roads of France.' In others words, it's the point from which all other distances in France are measured." St. Clair clears his throat. "It's the beginning of everything."
Wie man meinem Notre-Dame Bild schon entnehmen kann, war es leider viel zu dunkel, als ich endlich davor stand (Verdammter Winter!!) und meine Bilder von dem Point Zero haben sich hinter her entweder als überbelichtet oder verwackelt herausgestellt. Schade drum. Dennoch war es magisch.


It starts drizzling, so we pop into a bookshop across from Notre-Dame. The yellow-and-green sign reads SHAKESPEARE AND COMPANY. Inside, we're struck by chaos. A horde of customers crowds the desk, and everywhere I turn there are books, books, and more books.
Shakespeare and Company ist ein schrulliger süßer Buchladen und tatsächlich, wo man hinsieht, alles ist voll mit Büchern. Dabei könnte man vom äußeren und inneren Erscheinungsbild darauf schließen, dass es sich um einen dieser elitären Buchläden handelt, voll von Second Hand Büchern, Gedichtbänden und Werken des besonders hohen Geschmacks. Tatsächlich war es die typische Auslage nur in einer einzigartigen Umgebung. Der Laden war eng und verwinkelt. Einfaches stöbern war nicht wirklich möglich, weil man sich gegenseitig ständig auf die Füße getreten ist und dennoch war es ein Erlebnis für sich. Und wenn nur für die beiden Studenten an der Kasse, die jegliches Klischee von einem Geisteswissenschaftler erfüllt haben. Natürlich ist auch ein Souvenir in Form eines Buches in meiner Tasche gelandet:

On the Road // London und Oxford mit einem Studentenbudget #1


Ich fahre gerne weg, ich sehe gerne viel und ich bin eines von diesen Mädchen, die sich völlig dabei verausgaben müssen - und von einem Urlaub noch kaputter zurückkommen, als auf dem Hinweg. Dabei stellt sich das Problem: Wie das alles mit einem Studentenbudget? Man muss Eintrittsgelder bezahlen, man will sich ein paar kleine Souvenirs kaufen und auch mal abends weggehen – und dann nicht sein ganzes Erspartes für Flug, andere Logistik und das Hostel ausgeben. Also ein paar Möglichkeiten dem Ganzen entgegen zu kommen?! Dabei ist mein neuestes Lieblingsreiseziel Großbritannien und die Ziele meines letzten Urlaubes und der Hauptfokus dieser Reihe: London und Oxford.

Die Logistik:

Wenn man nicht so gerne spontan ist (wie ich), sondern eine Reise gerne von Anfang an in festen Tüchern haben möchte, um sich auf den Spaß hinter her konzentrieren zu können, sollte ziemlich früh buchen um billig übers Wasser zu kommen. (Alternative für Spontane: Last Minute und Backpack) 
Aus NRW ist die Verbindung Düsseldorf Airport – Gaetwick Airport interessant. Aber auch andere Abflug-Ankunfts-Flughäfen sind möglich. Das ist das schöne an London. Es ist umrundet von Flughäfen mit direkten Verbindungen in die Stadt. Diese Verbindungen sind oft sehr billig. Für die 2-stündige Fahrt von Gaetwick nach London rein, haben wir 7 Pfund bezahlt. Schnellere Möglichkeiten kosten mehr. Hier muss man sich bewusst sein, was wichtiger ist: Geld oder Zeit?
Die Fahrten vom Flughafen in die Stadt und zurück, oder der Transfer von Stadt zu Stadt, ist online mit Hilfe einer Kreditkarte buchbar, über den Bahnverkehr oder Nationalexpress. Immer schön vergleichen, was wann günstiger ist.

Das Hostel:

Hier muss man sich fragen: auf wie viel Komfort kann man verzichten? Und wie zentral möchte man wirklich leben? Ich habe bereits in einem 8-Bett-Zimmer nur für Frauen oder 17-Bett-Zimmer, gemischt, geschlafen. Wenn man sowieso mehr erleben will, als alles andere und eigentlich nur ein Bett zum schlafen und einen Ort für die Ablage des Koffers braucht, dann sind billige Hostel mit offenen Schlafzimmern und viel Durchgangsverkehr super geeignet. Es gibt dort viele Möglichkeiten seine Wertsachen bei Abwesenheit zu verschließen. Nachteil: Es ist nicht privat. Man ist dauernd von Fremden umgeben, die ein ganz anderes Verständnis von Höflichkeit, Hygiene oder Schlafenszeiten haben. Furchtbar, wenn jemand bis zwei Uhr nachts meint telefonieren zu müssen, während man eigentlich nur schlafen möchte um ausgeruht für den nächsten Tag zu sein. Man muss versuchen es durch die rosa rote Brille zu sehen.
Genauso scheiße kann es aber auch laufen, wenn man ein privates Zimmer hat, und im Nebenzimmer feiern Schüler eine riesen Party. Es kann immer so und so laufen und Fakt ist: Je weniger Komfort, desto billiger.
Ich liebe Hostels, weil sie meist Küchen haben und man in einem der vielen Supermärkte sich schnell irgendetwas für die Mikrowelle kaufen kann und so bei den Ausgaben spart. Großbritannien kam mir schon während meines Auslandssemesters vor wie ein Land voll von faulen Fertigmenü Essern. Auf so einem Trip ist das nur von Vorteil, denn man will wirklich, wirklich, wirklich nicht in einer Hostel Küche kochen. Zu viel Arbeit, wenn der persönliche Hygiene Standard viel zu hoch ist (und für spülen hätte ich nicht in den Urlaub fahren müssen). Aber die Mikrowelle, ja, die Mikrowelle wird zum besten Freund.
Buchbar ist viel über Hostelworld.com. Dort sind private Bewertungen auffindbar, sowie eine Liste der möglich buchbaren Zimmer, was in den Hostels zu finden ist etc. Wieder ist eine Kreditkarte von Nöten, um zumindest eine Vorauszahlung zu leisten.
Allgemein ist eine Kreditkarte der beste Freund jedes Backpackers. Gut für den Notfall und international einsetzbar. 

on the road // Jane Austen's Sauklaue


Jane Austen's The Watson, c. 1805
Vor ein paar Wochen, im schönen November, hatte ich Miniferien und wenn man schon mal in Großbritannien ist, will man auch ein bisschen von der Landschaft sehen. Und ein bisschen von den Städten.
Also sind wir von Wales nach England rüber, und haben uns ein wenig in Oxford umgesehen. Oxford, das man so mit vielen Büchern in Verbindung bringen kann. Dort ist das Christ Church College was stark mit Lewis Carroll verbunden wird und in dessen großer Halle Szenen aus den Harry Potter Filmen gedreht wurden. C. S. Lewis (Narnia) und J. R. R. Tolkien trafen sich regelmäßig im The Eagles and Child Pub. Die Stadt ist wunderschön und so voll von Geschichte, das man dort Tage verbringen könnte. Wir hatten leider nur einen und rannten die Hot Spots ab. Unter anderem The Bodleian library wo wir zufällig auf ein Schild aufmerksam wurden, das für die Ausstellung "Treasures of the Bodleian" warb. Also sind wir rein und fanden die unterschiedlichsten schriftlichen Schätze der Bibliothek. Unter anderem Seiten auf denen Jane Austen geschrieben hat. Originale.

blah // Back in good old Germany // Merry Christmas & A Happy New Year


Hier war im letzten Monat nicht viel los, was wohl daran lag, das meine drei Monate in Wales zu Ende gingen und mich das Planen, wie ich alles wieder nach Hause bekomme, schier um den Verstand gebracht hat. Und dann noch Weihnachten. Das liebe Weihnachten. Jedenfalls:

Die eine Challenge läuft aus, die andere fängt an und ich sitze erst am Buch für die I'm in English Challenge. Mein Dezember Buch wird When God Was a Rabbit von Sarah Winman sein. Mich haben Cover und Titel sofort in Bann genommen und auch der Inhalt liest sich bis jetzt mehr als gut. Hoffe es wird nur noch besser.

Ab dem 10ten Januar wird der Blog endlich wieder mehr gehegt und gepflegt. Dann haben meine letzten beiden Essay geschrieben und abgegeben zu sein und mir stehen drei gähnend langweilige Monate bevor, bis die Uni in Deutschland mich wieder in Beschlag nehmt.
- s u e y

I ♥ // Porridge!

Ich kann nicht glauben das ich mich mit einer übertrieben heißen Studentenherdplatte daran versucht habe Porridge selber zu kochen wenn die Briten es selbst sich so einfach machen. Einen Beutel Quaker Oats in eine Schüssel, den Beutel mit Milch auffüllen, dazu gießen und ab in die Mikrowelle. Es gibt im Supermarkt eine ganze Abteilung für Porridge, selbst Becher für unterwegs. Wir stehen auf Quaker Oats und das fast in allen Geschmacksrichtungen. Mit Zimt und Syrup ist es ganz lecker, vor so abenteuerlichen Dingen wie Granatapfel sträube ich mich. Hoffentlich finde ich diese praktische, schnelle Art Porridge zu machen auch in Deutschland wieder, denn ich glaube ich kann nicht mehr ohne Porridge.   

- S u e y

Wales // "Croeso!"


Aberystwyth, ohne jetzt auf Wikipedia oder meinen Reiseführer zurückgreifen zu müssen, ist wohl die größte Stadt in  diesem Teil von Wales und das lässt einen schon aufhorchen, weil die City/Innenstadt nicht gerade groß ist, obwohl, wenn man von oben (vorzugweise vom Campus aus) auf die Stad niederblickt, fällt einem auf, wie viele Häuser sich besonders Links noch ansammeln. Die Bewohner sind gefühlte 30 % Rentner, Familien mit Kind oder Leuten die in der Umgebung arbeiten, gefühlte 70% nur Studenten. Ich habe noch keinen Abend erlebt an dem es keinen Social gab und mir eine Gruppe von Betrunkenen auf meinem Nachhauseweg entgegenkam. Die Innenstadt besteht nur aus einer Straße voller Schoppingläden und vielen, vielen Pubs.

Neben den zahlreichen Pubs, ist gerade die National Library of Wales ein wahres Schmankerli für die Studenten. Ich habe gleich an meinem ersten Tag mir erklären lassen, dass es sich bei dieser Library um eine Legal Deposit Library handelt. Das heißt, dass eine Kopie jedes Buches sich dort befinden muss. Zur Literaturrecherche natürlich hilfreich, macht das Ausleihen jedoch schwer.

(the National Library of Wales)

Aberystwyth selber befindet sich direkt am Meer - genau genommen der Irish Sea. Ich glaube, wenn man sich in der Universität befindet und hinab blickt, das man hinten am Horizont bei gutem Wetter wirklich Dublin, oder zumindest Irland, sehen kann. An einem der Strände, nahe dem Old College, soll man sogar Delphine beobachten können. Ich bin sie immer noch am suchen.

Das Wetter war in meiner ersten Woche wunderschön, wie Hochsommer, was mich sehr verwirrt hat, denn ich habe nur Wintersachen eingepackt, weil mir jeder erzählt hat das es regnet oder stürmt. Mit der Zeit musste ich, der Gesundheit zum Schaden, feststellen dass dies auch stimmt. Entweder regnet oder stürmt es. Manchmal ist es auch trocken, aber du weißt nie wie lange.

Über Wales kann man allgemein sagen dass die Leute hier sehr stolz auf ihre Nationalität und ihre Sprache sind. Man hat es besonders während der Rugby Weltmeisterschaft bemerkt, in der Wales leider nur den vierten Platz belegt hat. Wenn ich davon erzählte 'abroad' zu gehen für ein Auslandssemester sprach ich davon nach England zu gehen. Am ersten Abend in einem Pub hier, hat uns ein betrunkener, junger Waliser darauf aufmerksam gemacht, das walisisch nicht englisch bedeutet. Genau genommen hegen die meisten Waliser eine (starke) Abneigung gegen die Engländer. Es gab wohl auch Zeiten in denen extreme Gruppierungen Häuser von Engländern in Wales angezündet haben.

(Blick auf Aberystwyth vom Constitution Hill aus)

In der Schule lernt man Begriffe wie United Kingdom, Great Britain und England und denkt doch es ist im Prinzip ein- und dasselbe. Dabei handelt es sich hier um einen Verbund des Königreichs Great Britain. Die Waliser sind sehr stolz auf ihre Kultur. Es gibt einen eigenen Fernsehsender auf walisisch, eigene Zeitungen, die Straßenschilder sind bilingual so wie viele Waliser auch. Die Emails von der Uni muss ich erst herunterscrollen bevor ich die Nachricht auf englisch finde. Eltern können selber entscheiden, welche Sprache ihre Kinder zuerst lernen sollen und schicken sie dann auf eine englischsprachige oder walisischsprachige Schule. Es ist erfrischend zu sehen wie die Waliser ihre Kultur hegen und pflegen. 

(Das Old College, die Seafront und der Constitution Hill im Hintergrund)

In den nächsten Wochen will ich mehr erzählen, unter anderem über das Unileben oder das Leben mit einer anderen Sprache. 

- S u e y

Wales // I'm sorry guys!

Hier war es leider etwas still die letzten Tage über, was mir wirklich Leid tut. Aber es gibt einen netten und triftigen Grund dafür:
(The old University Buildung)

Wie angekündigt bin ich endlich in Wales. Genau genommen in der wunderschönen Stadt Aberystwyth. Der Name ist ein Zungenbrecher, dafür ist die Stadt wunderschön und von meinem Zimmer aus ist man in nicht mal zehn Minuten am Meer und glaubt auf Irland zu blicken. Ein Traum. Eine Kleinigkeit die leider kein Traum war, ist:  Fish&Ships.


 Ich hab es das erste Mal ausprobiert und muss sagen, der Fisch war zwar gut, aber alles in allem war es sehr fettig und fade. Meine Eltern haben mir Horrorgeschichten über die anglistische Art Chips zu essen erzählt, meine Reisepartnerin hat mir davon vorgeschwärmt. Ich muss sagen, es war wirklich lecker. Vor allen Dingen mit HB Soße :)

Wales // Langsam wird es ernst.

Im Februar kam die Zusage für das Stipendium, im Juni haben wir die Flüge gebucht. Danach die Kurse ausgesucht, die wir besuchen wollen. Nicht mal mehr einen Monat bis der Flieger geht. Und gestern gab es das erste Abschiedsgeschenk:
Ein Notizbuch um schöne Momente des Auslandssemesters festzuhalten. Ich habe mich gefreut wie ein Schnitzel, denn ich liebe, liebe, liebe Notebooks.  
Ich hoffe die ersten Seiten füllen sich schnell und das es, wenn ich wieder in der Heimat bin, mindestens doppelt so dick ist.