Rezension | Blue Lily, Lily Blue von Maggie Stiefvater


In Blue Lily, Lily Blue wird die Story von Gansey, Ronan, Adam, Noah und Blue fortgesetzt. The Dream Thieves (auf Deutsch: Wer die Lilie träumt) endete damit, das Ronan seine besonderen Fähigkeiten endlich unter Kontrolle bekommen hat, jedoch Blues Mutter verschwunden ist und sie scheinbar eine neue Spur haben, um den verlorenen walisischen König zu finden. 

Blue Lily, Lily Blue setzt Stiefvaters großartiges Werk fort, mit der gleichen mystischen Atmosphäre, einen Funken mehr Herzschmerz und wie immer einem Sortiment an einzigartigen Charakteren. Das Buch hält die Spannung wie bereits The Dream Thieves es taten und die fünf Freunde (hah!) kommen ihrem walisischen König ein kleines Stück näher, aber das dritte Buch ist - trotz unglaublich starken Szenen - ein absolutes Brückenbuch. Man kommt dem Ende näher, aber einfach nicht nah genug und erneut heißt es: Warten. Man wird Bröckchenweise gefüttert, aber fühlt sich immer noch nicht satt am Ende. Ich fühl mich wie im Limbus. Einerseits bin ich froh darüber, dass es noch nicht endet, das es noch weiter geht, das noch mehr fantastische Szenen zwischen Blue und ihren Rabenjungen kommen werden. Und das nächste Buch ist ja auch bereits für 2015 angekündigt. Andererseits will ich endlich endlich wissen, wie es weitergeht. Ob Gansey wirklich stirbt (ist es ein Spoiler wenn damit irgendwie schon auf dem Buchrücken geworben wird?) oder ob er lebt. Man erwartet doch eigentlich nur noch, dass Stiefvater es tut. Mit jedem Moment, jeder Szene, in der Blue Ganseys Aussehen mit seinem Aussehen als Geist vergleicht, glaubt man das es jetzt soweit ist - das er jeden Moment umfällt. Und dank Stiefvaters schwammiger, melancholischer Schreibweise ist es wirklich schwierig eine klare Aussage machen zu können. Ich traue der Frau ja alles zu!


In Blue Lily, Lily Blue fehlt die Action aus The Dream Thieves, dafür erhält man definitiv mehr Romantik und das Ziel scheint doch so nah. Ein tolles Buch und eine Fortsetzung die ihren Vorgängern ebenbürtig ist - auch wenn der Band sie nicht übertrifft.

Gut zu wissen

  • Maggie Stiefvater: Blue Lily, Lily Blue. Scholastik. 389 Seiten. Preis: 9,77€ (Taschenbuch).
  • In Deutschland wurden die ersten beiden Bände der Saga (#1 Wen der Rabe ruft und #2 Wer die Lilie träumt) von Script5 verlegt.
  • Der Titel des letzten Buches ist noch nicht bekannt. Es wird irgendwann in 2015 erscheinen.

Kolumne | Autor und Leser Interaktion - the worst case scenario

 
Die Möglichkeiten für Autoren sich zu vermarkten sind heutzutage endlos. Wurde man früher per Mundpropaganda empfohlen oder hatte das Glück, dass das eigene Werk in einer Zeitung besprochen wurde, passiert heute vieles online. Autoren haben die Möglichkeiten sich selbst zu publizieren und zu vermarkten und auch wenn sie unter Vertrag bei einem Verlag sind, wird ihnen ans Herz gelegt sich über die verschiedensten Social Media Kanäle (Twitter, Goodreads, Lovelybooks etc.) mit den Lesern in Verbindung zu setzen. Durch Interaktion wird der Leser gebunden. Der Leser bekommt durch offene Kommunikationskanäle die Möglichkeiten den Autoren Fragen zu stellen, Fragen zu beantworten - einfach: zu kommunizieren. Autor und Leser rücken näher - was unglaublich cool sein kann, wenn man geflasht von einem unglaublichen Buch, sich nachts bei der Autorin in ganz öffentlicher Form bedankt:
Und tatsächlich eine Reaktion erhält:
Es kann aber auch unglaublich schief gehen, wie ich heute durch Zufall sehen musste. Auf der Webseite des The Guardian hat die Autorin Kathleen Hale in aller Ausführlichkeit davon berichtet, wie sie eine Rezensentin stalkte.

In Kürze: Kathleen Hale, Autorin von No One Else Can Have You, liest entgegen jeder Empfehlung von Verlegern und Kollegen, Reviews zu ihrem Werk. Eine davon stößt ihr besonders auf. Sie beginnt die Bloggerin Blythe Harris zu stalken. Erst ganz milde, indem sie versucht mehr über Harris heraus zu finden.

Dann aber kommt Hale irgendwie an die Adresse der Bloggerin und ihr fallen ein paar Ungereimtheiten zwischen dem was sie über Google Earth und einer bezahlte Auskunft erfährt und dem was die Bloggerin auf ihren Social Media Kanälen über ihr Privatleben teilt. Hale glaubt, dass sie ge-"catfished" wurde. Dies ist ein Begriff aus dem Online Dating und bezeichnet Betrüger, die vorgeben jemand/etwas zu sein, dass sie nicht sind, um eine romantische Beziehung mit ihrem Opfer einzugehen. Absolut unangebracht in diesem Kontext. Die beiden haben gar keine Beziehung, außer über ihr Buch.

Durch diesen Glauben und Hales Anschuldigungen von der Bloggerin gemobbt worden zu sein (die alle haltlos zu sein scheinen. Die Goodreads Review gibt nichts in der Hinsicht her), sieht die Autorin Hale sich darin bestätigt, weiter zu machen. Und weiter bedeutet: Hale mietet sich ein Auto und steht plötzlich vor der Tür der Bloggerin, weil sie die 'Wahrheit' über die Identität der Bloggerin Harris herausfinden will und mit ihr reden möchte. Es kommt zu keinem Kontakt an dem Tag.

Hale schafft es dann irgendeine Frau ans Telefon zu bekommen, die nach ihren Information Harris sein soll. Hale versucht die Frau als Harris zu überführen, bekommt aber letztendlich keine wirkliche Bestätigung für all ihre Theorien. Die Bloggerin Harris privatisiert daraufhin all ihre Social Media Kanäle und Hale bekommt die Möglichkeit ihre Taten beim Guardian zu glorifizieren: Als eine Autorin, die sich nur gegen eine mobbende Rezensentin wehrt und somit Stalking als Mittel zum Zweck legitimiert.

Dabei gibt es keine Screenshots von besagten Anschuldigungen, keinerlei Möglichkeiten, alles was passierte wirklich nachzuempfinden. Alles was stattgefunden haben soll, ist nur Hören-Sagen von Seiten der Autorin. Von Harris war bisher nichts zu hören. Besser kann es wohl der Artikel auf dearauthor.com, bei dem es um die Wichtigkeit von Pseudonymen geht, erklären.

Die ein paar Absätze zuvor verlinkte Rezension von Blythe Harris lautet inzwischen nur noch "F*** this", was ich durchaus nachvollziehen kann. Harris Reading Progress Updates sind hingegen noch online und ich kann dort nichts finden, was ich als Mobbing bezeichnen würde. Sie wurde von einigen Kolleginnen dafür kritisiert, dass sie das Buch für bestimmte Aussagen bereits beurteilt hat, ohne an dieser Stelle im Buch bereits angekommen zu sein. Im Prinzip genauso verwerflich wie ein Buch zu bewerten, das man abgebrochen hat. Ob man dazu berechtigt ist, etwas zu bewerten, das man nicht zu Ende gelesen hat, ist eine Diskussion für einen anderen Tag. Für die Punkte die Harris nach Hales Aussagen, falsch kritisiert hat, hatte Harris meiner Meinung nach eine gute Begründung. Nichts was ich Autoren nicht auch schon vorgeworfen habe.

Was mich an der ganzen Sache am meisten ärgert, ist das The Guardian so jemanden wie Kathleen Hale, die bereits zuvor über ihre Stalker Tendenzen berichtet hat (und wo sie sich erneut als das Opfer dargestellt hat), eine Plattform für ihre einseitigen haltlosen Behauptungen gegeben hat und sie als Heldin darstellt, die sich nur gegen die bösen Trolle mit Stalking gewehrt hat. Kathleen Hale scheint sich keiner Schuld bewusst und durch die positive Resonanzen in der Kommentarfunktion von leichtgläubigen Lesern, wird sie wohl auch niemals wirklich kapieren wie falsch diese ganze Aktion war. 

Rezension | The Silver Linings Playbook von Matthew Quick

Zum Inhalt von The Silver Linings Playbook

Pat Peoples war lange Zeit in einer psychiatrischen Anstalt und wird nun endlich entlassen. Von nun an wieder bei seinen Eltern lebend muss der ehemalige Geschichtslehrer erkennen, dass seinem Wunsch mit seiner Exfrau wieder zusammen zu kommen mehr im Weg steht als gedacht und mehr Zeit vergangen zu sein scheint, als er in der Psychiatrie mitbekommen hat. Er muss sich neu orientieren und erkennen das seine Fantasie vom Happy End nicht einfach so passiert. Und dann ist da noch Tiffany,

Meine Meinung zu Matthew Quicks Buch?

Da ich die Storyline in etwa schon durch den gleichnamigen Film kannte (für den btw Jennifer Lawrence als Beste Hauptdarstellerin einen Oscar erhalten hat), wusste ich in etwa worum es ging: der Wunsch nach ein bisschen mehr Optimismus in der Welt, der Versuch die Frau zurückzugewinnen und dabei noch gegen das Chaos im Kopf anzukommen.
Die Story des Buches war ein bisschen anders, als die des Films, wie es ja so oft ist. Für die Leinwand wurde sie vereinfacht. Das ist für mich an sich kein Problem und das Buch war im Grunde wirklich nett. Aber eben nur nett. Die Story hatte seine Höhen und Tiefen und es gab kein richtiges Happy End, mehr ein kleinen Schritt vorwärts in der persönlichen Weiterentwicklung des Hauptcharakters. Bei der ganzen Sache ließ mich das Gefühl nicht los, als wollte der Autor zwanghaft tiefgründig sein. Zudem war das Buch aus der ersten Person Singular, also der Sicht des Protagonisten geschrieben, aber die Sprache war einfach zu kindisch für einen erwachsenen Mann, der zudem mal Lehrer war. Ein wenig wie in The Perks of Being a Wallflower/Vielleicht lieber morgen von Stephen Chbosky, nur das wir es hier eben mit einem erwachsenen ausgebildeten Mann zu tun haben und das Ganze dann aufhört süß zu sein. Ich hab mich eher gefragt, ob dass damit zu tun hat, dass er so ein Hirn Traum hatte? Man könnte es als netten Twist sehen, aber mich hat es einfach unglaublich gestört. Auch bin ich kein Fan davon, wenn jemand The Bell Jar zerreißt, weil es zu deprimierend ist. 

The Silver Linings Playbook war definitiv nett zu lesen, Tiffany ist für mich das Highlight des Werkes, aber es fehlt einfach der richtige Knall am Ende.

SuB | Sehnsüchtig erwartet im Oktober

Bald sind sie zu dritt!
Dieser Monat ist für mich so ein bisschen der Monat der Vorbestellungen. Normalerweise kaufe ich Bücher wenn ich sie auch gerade jetzt lesen will. Diesen Monat kommen jedoch so viele Reihenfortsetzungen raus, auf die ich so lange schon gewartet habe, dass ich sie so schnell wie möglich haben möchte. Zum einen erscheint Blue Lily, Lily Blue von Maggie Stiefvater am 21.Okt. endlich! Mir graut es jetzt schon vor dem Gefühl der Verzweiflung, wenn ich das Buch durch habe und noch mal so lange auf den letzten Band der Reihe warten muss.  

Bald zu Ende - irgendwie traurig.
Dann(!!!) schließlich endlich die Reihe um Percy Jackson und seine Heroes of Olympus ab! Der fünfte Teil ist diese Woche erschienen, meine Version kommt aber leider erst am 16.Okt. bei mir an. Da es normalerweise nie ein Problem gibt, Bücher genau dann zu bekommen, wenn sie herausgegeben werden, gehe ich mal davon aus, dass dies hier die Auswirkungen von Amazons Streit mit der Hachette Book Group (zu der Hyperion Disney neuerdings gehört) sind. Wenn ich die Puffin Ausgabe bestellen würde, wäre es schon längst da. Ich bin normalerweise aus Bequemlichkeit Amazon Kunde, aber da ich den Online Handel hauptsächlich für Bücher nutze und diese Seite sich seit Monaten wie eine kleine B**** benimmt, die den Hals nicht voll bekommt und ihre Streitereien auf dem Rücken der Kunden austrägt, schaue ich nächste Woche mal im Stern Verlag vorbei (Eine in Düsseldorf situierte 2 Filialen Kette). Total Off-Topic, ich weiß. Blood of Olympus von Rick Riordan wird die Reihe abschließen und jetzt schon finde ich überall Reaktionen zu dem Abschluss der Reihe. Totaler Spoiler Alarm! 

Da alle guten Dinge drei sind ist das dritte vorbestellte Buch im Bunde, Rowdy von Jay Crownover. Eigentlich sind mir diese Reihen, die eine Person nach der anderen im Freundeskreis abarbeiten, überdrüssig geworden. Dann aber wieder, obwohl ihre Rechtschreibung nicht perfekt ist, hat Jay Crownovers Arbeit etwas Besonderes an sich und ich will wissen wie es weitergeht. Gerade da in Nash wieder Vorausdeutungen gemacht wurden, wie es mit einem meiner Lieblingspärchen weitergeht. 

Wie sieht es da bei euch aus? Sind Vorbestellungen hui oder pfui und 
steht eines dieser drei Werke ebenfalls auf euren Listen?

Monatsrückblick | September '14


| Die Selbstmord-Schwestern von Jeffrey Eugenides: Zu Anfang fand ich die intime Beschreibung der Körper minderjähriger Mädchen verstörend. Als ich in der Story aber endlich drin war, wurde es immer besser. Super interessanter Erzählstil und definitiv nicht die übliche Mainstream Literatur. Auch ist das Thema Suizid für manche sehr triggerlastig. Was mir besonders gefiel: Die deutsche Übersetzung war sehr gelungen.  
| Gott bewahre von John Niven (Rezension).
| Gone Girl von Gillian Flynn: Die beiden Charaktere hatten es wirklich drauf. Ich fand sie im einen Moment sympathisch, im nächsten hätte ich sie gegen die Wand klatschen können. Ein einziges auf und ab.  
| To Kill a Mockingbird von Harper Lee: Die Story war unglaublich und hatte alles. Witz, Gesellschaftskritik, starke Charaktere und ein paar ganz besondere Momente, die mich zu Tränen gerührt haben. Das Buch steht wohl nicht umsonst weltweit auf dem anglistischen Lehrplan. 
| Eine wie Alaska von John Green (Rezension).
| City of Glass von Cassandra Clare: Der Roman hat die Storyline der ersten beiden Bücher super abgeschlossen. Großartig! Ich kann mich nicht entscheiden ob ich wirklich noch weiterlesen will, weil alles was danach kommt, nach aufgeplustertem Drama schreit.