Rezension // Bossypants von Tina Fey

Zum Inhalt:

Before Liz Lemon, before "Weekend Update," before "Sarah Palin," Tina Fey was just a young girl with a dream: a recurring stress dream that she was being chased through a local airport by her middle-school gym teacher. She also had a dream that one day she would be a comedian on TV.

She has seen both these dreams come true.
At last, Tina Fey's story can be told. From her youthful days as a vicious nerd to her tour of duty on Saturday Night Live; from her passionately halfhearted pursuit of physical beauty to her life as a mother eating things off the floor; from her one-sided college romance to her nearly fatal honeymoon—from the beginning of this paragraph to this final sentence.
Tina Fey reveals all, and proves what we've all suspected: you're no one until someone calls you bossy.
(Includes Special, Never-Before-Solicited Opinions on Breastfeeding, Princesses, Photoshop, the Electoral Process, and Italian Rum Cake!) (Goodreads)


Meine Meinung:

Seit ich 30 Rock süchtig bin, liebe ich Tina Fey. Nach ausgiebigem Stalking ihrer Saturday Night Life Sketche bei Youtube, musste ich feststellen, dass das Buch Bossypants, welches seit zwei Jahren auf meiner Wunschliste bei Amazon vergammelt, auch von ihr ist. Und zack! war es in meinem Briefkasten. 

Tina Fey hat eine außergewöhnliche flüssige Schreibe kombiniert mit einem Witz, der nicht angestrengt wirkt. Jedoch war es für mich schwierig jedes Mal spontan drauf los zu lachen, wie viele Rezensenten es in ihren Kritiken beschrieben haben, weil die ganze ad hoc Übersetzung + Referenzen auf amerikanische gesellschaftliche Ereignisse meine Leitung ein bisschen lang gemacht hat. Neben ihrem ungezwungenen Witz, hat Tina Fey noch eine eigene Stimme, die bereits in 30 Rock zu erkennen ist. Sie hat kein Problem damit die Tussi rauszuhängen, weil sie sich die Hälfte der Zeit selber nicht so ernst nimmt. So berichtet sie ausführlich über die Ausfälle ihres Körpers, zeigt ihre unattraktivsten Fotos und  Zitate wie dieses hier, sind ein Augenöffner:


“Some people say, “Never let them see you cry.
 I say, if you’re so mad you could just cry, then cry. It terrifies everyone.” 


Dann aber spricht sie von Waxing und Körperpflege, gibt Kosmetik Tipps, die teilweise sogar sinnvoll sind und sprüht neben feministischen Parolen mit ganz viel sonstigem Wissen um sich. Es ist eins dieser Bücher, aus denen ich tatsächlich etwas für mich mitnehme. Bossypants hat mich nur noch mehr zu einem Tina Fey werden lassen!


Rezension // Bully von Penelope Douglas


Zum Inhalt:

"My name is Tate. He doesn't call me that, though. He would never refer to me so informally, if he referred to me at all.
We're neighbors, and once, we were best friends. But then, one summer, he turned on me and has made it his mission to screw up my life at every opportunity. I've been humiliated, shut out, and gossiped about all through high school. His pranks and rumors got more sadistic as time wore on, and I made myself sick trying to hide from him. I worried about what was around every corner and behind every door. So I left.I spent a year studying abroad and bathed in the freedom of life without Jared. Now I'm back to finish up high school and get the hell out of here forever. I'm hoping that after a year of breathing room, he's moved on and forgotten all about me. But even if he hasn't changed, I have. I'm not interested in avoiding him or turning the other cheek anymore. We're going to go head to head, because neither of us wants to back down." (Quelle)

Meine Meinung:

Eine süße Geschichte, über zwei Kindheitsfreunde, die an einem Punkt beim Erwachsenwerden auseinander gedriftet sind. Oder vielmehr: Etwas ist passiert und nichts war mehr so wie es einmal war. Nur das Tate absolut keinen Plan davon hat, was sie getan haben könnte, dass Jared nach einem Sommer bei seinem Vater sie nicht mehr ansieht und sie mobbt. Er verbreitet Gerüchte über sie, schließt sie systematisch aus allen sozialen Veranstaltungen aus und demütigt sie öffentlich. Tate geht nach Frankreich und kommt ein Jahr später wieder zurück und ist verändert, bereit zurückzuschlagen. Ich fand es toll, dass Tate und Jared sich nicht neu kennen lernten, sondern wir mit Flashbacks und kleinen Anekdoten mehr über ihre Beziehung zu erfahren. Vor allen eben, das gerade die Anfangsszene so krass war, krass genug um zu verstehen wieso Tate sich gegenüber K.C. und auch gegenüber Jared, so verhält, wie sie es eben tut. Es macht ihre Ausbrüche glaubwürdiger und pinselt K.C. als eine wirklich schlechte beste Freundin. 
Auch ist Tate wirklich willensstark und hat kein Problem damit, auszuteilen (nicht nur verbal). Jared ist  hingegen sehr emotionslos porträtiert  So gut wie nie reagiert er auch nur auf irgendetwas, das Tate macht. Zumindest wenn er vor ihr steht. Das ist eines der Probleme, die ich mit dem Buch hatte. Ich konnte seine Liebe für sie nicht nachvollziehen, weil er so gut wie nie reagiert hat. Oder auch weil er so oft, so grausame Sachen  gesagt hat, als wären sie nichts. Es war immer nur Hören Sagen bis er endlich mal den Mund aufgemacht hat. Auch wurde er einerseits als antisozial dargestellt, aber hat dann wieder die riesigen Partys geschmissen. Da schien kein durchgehender roter Faden in seinem Verhalten zu sein. Auch, als jemand der selber Auslandserfahrungen gemacht hat, finde ich das Tates Jahr in Frankreich sehr heruntergespielt wird. Es wird ab und an mal erwähnt, dass sie ein paar Dates hatte nach dem sie endlich aus Jareds Reichweite ist, aber das ist alles. Keine Lebens ändernden Erlebnisse. Keine Epiphanien in besonderen Situationen. Nichts, nada, niente! Es war so, als wäre sie nie wirklich weggewesen. Zumindest auf ihrer Seite. 
Einziger netter Twist: Tate muss nicht gerettet werden (selbst wenn sie angegriffen wird) und Jared ist mehr wie ihr Sidekick. Auch muss er sich bei ihr entschuldigen, nicht sie irgendetwas wieder gut machen. Es war definitiv schön zum zwischendurch lesen, aber nichts was man in ausgedruckter Form im Regal präsentieren möchte. 

Rezension // Luna von Julie Anne Peters

Inhalt:

"Regan's brother Liam can't stand the person he is during the day. Like the moon from whom Liam has chosen his female namesake, his true self, Luna, only reveals herself at night. In the secrecy of his basement bedroom Liam transforms himself into the beautiful girl he longs to be, with help from his sister's clothes and makeup. Now, everything is about to change-Luna is preparing to emerge from her cocoon. But are Liam's family and friends ready to welcome Luna into their lives? Compelling and provocative, this is an unforgettable novel about a transgender teen's struggle for self-identity and acceptance." (Quelle)

Meine Meinung: 

Was man (oder auch ich) oft von Jugendliteratur mit einem sehr speziellen Thema (wie transgender, queertheory, die ganze Spalte), erwartet ist sehr viel Belehrung und Wissensvermittlung, eingesponnen in ein bisschen Handlung. Kurz: Es ist langweilig. 
Hier jedoch war ich nach den ersten zwanzig Seiten einfach nur begeistert und die ersten Tränchen rollten. Erzählt wird Liams/Lunas Leid aus der Sicht von Regan, seiner/ihrer kleinen Schwester, seiner/ihrer einzigen Vertrauten. Liam hat sich schon immer im falschen Körper gefangen gefühlt und genügend Flashbacks bezeugen, wie unglücklich er aufgewachsen ist. Daran hat sich bis zum eigentlichen Handlungszeitpunkt nichts geändert. Liam ist ein Computergenie, nicht der Sportler den sein Vater sich gewünscht hat. Geldtechnisch ist er nicht auf seine Eltern angewiesen, aber sie sind Familie, auch wenn es oft nicht so scheint und eigentlich alle nur aneinander vorbei leben. Er kann seine wahre Persönlichkeit nur nachts ausleben, im Zimmer seiner Schwester. Dabei beginnt er nach langem hin und her überlegen, Luna auch am Tage erscheinen zu lassen bis er sich endlich entschließt den nächst größeren Schritt zu wagen. 
Es wird das Bild einer kaputten 'All American Family' dargestellt, in der alle noch an alten Geschlechterrollen festhängen, obwohl keiner von ihnen sie wirklich auslebt. Die Mutter ist mehr an ihrem neuen Job interessiert, als an ihren Kinder. Der Vater wünscht sich eine normale Vater Sohn Beziehung und verzweifelt daran, dass Liam sich einfach nicht wie ein Junge verhält, so sehr er ihn auch unter Druck setzt. Und Regan, die Jüngste von allen, macht sich unsichtbar, weil sie erdrückt wird von Lunas Existenz, welche sie geheim halten muss. Dabei ist sie zum ersten Mal verliebt und das scheint den Bach herunter zu gehen. 
Die Story ist traurig, herzerweichend, bittersüß und so voller Hoffnung. Eine tolle Story für jedermann/frau, auch wenn man nicht so an Gender Studies interessiert ist, wie meiner einer.