Rezension // Ein Lebenszeichen aus Zamonien


Nachdem ich vor Jahren, in meiner Romantikzeit Die Stadt der träumenden Bücher gelesen, und sie ungnädig als schön geschrieben, aber nicht meins, verschmäht habe, habe ich letzte Woche Rumo und die Wunder im Dunklen geradezu verschlungen. Ich war zuerst ein wenig geschockt, weil der Stil für mich eigentlich wie an Kinder gerichtet war, die Thematik, Zyklopen die ihre Nahrung gerne lebend verspeisen und unendlich quälen, mich jedoch irritiert hat. Ist es nicht ein wenig zu brutal? Je mehr Seiten ich las, desto begeisterter wurde ich jedoch (obwohl ich doch ab und an dachte, das Moers eine ziemlich blühende Fantasie hat, die in eine Richtung geht, welche ich normalerweise gerne meide). Die ca. 700 Seiten lassen sich wie im Flug lesen. Man ist nicht überwältigt von der Seitenzahl, weil man beim lesen vorankommt. Die Zeichnungen - welche mich ja am Anfang abgeschreckt haben - geben, neben dem überspitzten Stil, eine andere Art von Comicbuch zu lesen. Die Karten waren sehr hilfreich im Verlauf des Buches und einige Ideen wie der verliebte General TickTack, fand ich überragend. Ich habe Moers hier lieben gelernt.

Lese Gadgets // Readmill.com

Ich liebe socialreading. Als eine der wenigen in meinem Freundeskreis, die bei den letzten Seiten eines Buches schon darüber nachdenkt, welches Buch sie als nächstes Lesen möchte. Die ständig ihr Bücherregal nach Rereads und die von Bekannten, nach Neuheiten durchstöbert, ist man oft auf weitem Flur allein. Aber das Internet - connecting people since 1993 - hilft aus. Schön und gut. Jetzt bin ich bei diversen Websiten schon angemeldet (lovelybooks.de, goodreads.com) und ... da geht doch noch mehr? Letzten Herbst bin ich auf einen Bericht bei Spiegel.de gestolpert: Readmill vernetzt Bücherleser. Readmill ist eine neue Art des Social Reading. Es soll beim Lesen passieren. Ähnlich wie bei der iPhone App Readmore (man kann diese mit Readmill übrigens neuerdings auch verknüpfen), verfolgt Readmill deine Lesefortschritte und ähnlich wie beim Kindle, kann man Abschnitte markieren. Das Fantastische daran ist wohl das Readmill überall mitzumischen scheint. Zum einen gibt es die Website readmill.com, dann die App Readmill für das iPad. Wie bereits erklärt kann man Readmill mit Readmore, aber auch mit Kindle verknüpfen. Das Schöne an Kindle ist, selbst wenn man nicht das Gerät hat, man kann das Programm auch auf jedes andere Gerät herunterladen (wie ich auf mein iPhone). Eine Liste anderer Apps befinden sich hier.  

zitiert // Audre Lorde (Zamie. A New Spelling of my Name)


"As infants, we had grown up in the subliminal echo of Franlin Delano Roosevelt's determinedly  optimistic fireside chats. We each had absorbed some of his prescription for progress: When times are hard, do something. If it works, do it some more. If it does not work, do something else. But keep doing."*
Audre Lorde, bekannt für ihre Bücher Zamie. A new spelling of my name und The Cancer Journals. In Zami beschreibt sie sich immer wieder selber, als schwarz, weiblich und homosexuell. Sie ist Kritikerin des weißen Feminismus und eine von den außergewöhnlichen Frauen, die wir in einem meiner Seminare besprochen haben.

 *Aude Lorde, Zami. A new spelling of my name. London: Pandora, 1996. P. 199)

Rezension // About a boy von Nick Hornby

Will Lightman ist 36, Single, kinderlos, hat nie arbeiten müssen, weil er von den Tantiemen eines Superhits seines Vaters leben kann. Will lebt in den Tag hinein, amüsiert über das Leben der anderen, immer bedacht sich, wenn der Spaß aufhört, zurückzuziehen so schnell es geht. Will trifft auf den 12-jährigen Marcus - ein Scheidungskind, das mit seiner depressiven, Selbstmordgefährdeten Mutter nach London gezogen ist, und nicht so ganz hineinpassen will. Sie treffen sich durch Zufall und eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt sich.