Wales // Langsam wird es ernst.

Im Februar kam die Zusage für das Stipendium, im Juni haben wir die Flüge gebucht. Danach die Kurse ausgesucht, die wir besuchen wollen. Nicht mal mehr einen Monat bis der Flieger geht. Und gestern gab es das erste Abschiedsgeschenk:
Ein Notizbuch um schöne Momente des Auslandssemesters festzuhalten. Ich habe mich gefreut wie ein Schnitzel, denn ich liebe, liebe, liebe Notebooks.  
Ich hoffe die ersten Seiten füllen sich schnell und das es, wenn ich wieder in der Heimat bin, mindestens doppelt so dick ist. 




Rezension // Gut gegen Nordwind und Alle sieben Wellen von Daniel Glattauer


Gut gegen Nordwind
Zu aller erst: Ich bin absolut kein Fan von diesen Briefromanen, in denen Briefe geschrieben sind wie Literatur. Der letzte Roman dieser Art, den ich mir angetan habe (Betonung liegt auf "angetan") war Love, Rosie von Cecelia Ahern. Dementsprechend entsetzt war ich, als ich Gut gegen Nordwind (ohne jegliches Vorwissen - nur das es in der Bibliothek unter den Bestsellern gelistet wird) aufschlug und feststellte, das es sich um einen Email Verkehr handelt. Email Verkehr! Würgs. 
Aber man muss alles im Leben mal ausprobiert haben und ich war begeistert. Es ist nicht diese Omnipräsente-Erzähler-Schreibweise, es sind - hoch stilisiert - normale Worte. Zwei verschiedene Menschen die sich näher kennen lernen. Mit einer wunderschönen Sprache. Ich habe den Roman verschlungen und war entsetzt das er so endete, wie er endete. Und begeistert, das man eine so romantische Stimmung ohne ständiges Twilight-Liebesgesäusel und Angehimmel erschaffen kann. 

Alle sieben Wellen 
Also schnell, schnell. Den Nachfolger in der Bibliothek ausleihen und vor dem Lesen noch erwartungsvoll bei Amazon die Inhaltszusammenfassung lesen. Man wird automatisch gebremst, weil dort schon hingewiesen wird, das der Nachfolger dem Vorgänger nicht das Wasser reichen kann.
Natürlich kann er es nicht. Ich meine, die beiden wollen einander und es wird hinausgezögert, aber andererseits hätte der Vorgänger kein passenderes Ende haben können. Nur wie dem ganzen gerecht werden, fortfahren?
Alle sieben Wellen hat mich nicht vom Hocker gerissen, aber der Roman hatte tatsächlich seine überraschenden Momente. Wie der Schluss, als Emmi Leo endlich reinen Wein einschenkt. Obwohl auch der ein wenig voraussehbar war. Auch fand ich Leos Alkoholdurchtränkte Emails nicht mehr so charmant wie im ersten Buch. Eher als ein Mittel zum Zweck um die Story voran zu bringen. 

Zu den Covers muss ich sagen: Sie sind nett, aber könnten sie noch weniger mit dem Inhalt der Bücher zu tun haben?




Rezension // Schoßgebete von Charlotte Roche


|| (c) Piper Verlag

Der Buchrücken verspricht:
>>Sie liegt immer auf der Lauer, ist immer kontrolliert, immer aufs Schlimmste gefasst. Nur beim Sex ist Elizabeth Kiehl plötzlich frei, nichts ist ihr peinlich. Dann vergisst sie alle Pflichten und Probleme. Und hat nur ein Ziel vor Augen - mit der Liebe ihres Lebens für immer zusammenzubleiben.

In ihrem Roman "Feuchtgebiete" bewies Charlotte Roche neben drastischer Offenheit auch ungestümen Witz. "Schoßgebete" erzählt von Ehe und Familie wie kein Roman zuvor. Und erkundet wagemutig und voll grimmigem Humor jeden Winkel im Leben einer so unerschoenen wie verunsicherten jungen Frau.<< 
Wenn ich die großen Themen, welche dieses Buch beschreiben. zusammen fassen sollte, wären es wohl der Tod und Sex. Schoßgebete handelt von drei Tagen aus dem Leben der Elisabeth Kiel - oder der Spießroutenlauf den sie Leben schimpft, denn jede Sekunde in der sie sich nicht mit dem Sex in ihrer Ehe beschäftigt ist, ist eingenommen von dem Gedanken an den Tod. Ihrem oder dem ihrer Brüder. Das Buch gibt tiefe Einblicke und befasst die Thematik aus einem völlig anderem Blickwinkel. Nicht dieser überstilisierte Umgang mit dem Tod von Kitschromanen sondern schlechter Stil und ehrliche Worte. 
Das der Roman zu einem hohen Prozentsatz autobiografisch sein soll, war das große Thema im Vorfeld. Wie viel Prozent des Romans nun Charlotte Roches Leben wirklich ausmachen kann ich nicht sagen. Ich fange jetzt nicht aus sensationsgier sie an im Internet zu stalken. Der Wikipedia Artikel und all die kurzen Pressemeldungen mussten reichen um mir ein Bild zu geben und man findet hier wohl die großen Wikipediaüberschriften wieder. Roche und die Bild-Zeitung, Roche und der Feminismus, Roche und der Umweltschutz. Das Charlotte Roche den Namen Elisabeth für ihre Protagonistin wählte ist wohl auch ausschlaggebend genug. Elisabeth ist ihr zweiter Name. 
Charlotte Roche wurde unter anderem von ihrem Stiefvater für Schoßgebete kritisiert. Sie würde den Tod ihrer Brüder aus Geldgier ausschlachten. Ich kann den Vorwurf in keinster Weise nach vollziehen. Ich glaube eine Frau, die so viele Sachen neben her laufen hat, denkt nicht an das Geld, wenn sie schreibt. Und ich denke, wenn man drei Brüder verliert und darüber in so einer, für mich krassen weil nicht nachvollziehbaren Weise schreibt und dieser ständige Todeswunsch der im Roman mitklingt - Ich nehme es an, wenn ich von Selbsttherapie lese, weil dieser Roman das für mich ist. 
Außerdem sollten wir uns dann mal ganz mit Ethik von Schriftstellern befassen, weil ich zum Beispiel kein Anhänger von Thrillern bin. Mir macht es Angst was Leute da für Perversitäten zu Stande bringen und das Leute für teilweise fiktive Folter bereit sind zu zahlen. 

Wenn man den Buchrücken liest, lässt nur die erste Zeile wirklich erahnen was da auf einen zu kommt. Der Rest klingt so mittelmäßig. Als wäre es nur wieder ein Roman über eine junge Frau, die sich im Leben zurechtfinden muss. Die alltäglichen Sorgen. Aber das ist es nicht. Weil die 0815-junge Frau nicht so einen großen Schock erleiden musste. Nicht jeder Leser kann nachempfinden worüber Roche schreibt. 

Der wohl einzige Kritikpunkt sind die Parts von Mutter und bester Freundin. Ich habe nie ganz verstanden was nach dem Unfall passiert ist, dass sie sich von ihrer Mutter gelöst hat. Dass sie sich nicht umgedreht hat? Dieser eine Punkt? Und die Freundin? So oft angedeutet und dann wurde es erst auf den letzten Hundert Seiten angeschnitten, aber nur skizzenhaft. Um zu unterstreichen dass es in Ordnung ist sich von Menschen zu trennen die einem gut tun? Die Problematik schien mir zu tief, als das sie nur so einen kurzen Fokus verdient hätte.

Alles in allem jedoch, ist Schoßgebete für mich absolut empfehlenswert. 
Schoßgebete. Charlotte Roche. Piper Verlag. 288 Seiten. 16,99 €. ISBN-10: 349205420X (Amazon)


Rezension // The Great Gatsby by F. S. Fitzgerald

>>Jay Gatsby is the man who has everything. But one thing will always be out of his reach ...Everybody who is anybody is seen at his glittering parties. Day and night his Long Island mansion buzzes with bright young things drinking, dancing and debating his mysterious character. For Gatsby - young, handsome, fabulously rich - always seems alone in the crowd, watching and waiting, though no one knows what for. Beneath the shimmering surface of his life he is hiding a secret: a silent longing that can never be fulfilled. And soon this destructive obsession will force his world to unravel.<< (Quelle)
The story about Jay Gatsby is told to us by Nick Carraway. At the beginning he moves to the West Egg district of Long Island. His neighbour is the Great Gatsby, but he tells us only later about him. First we meet his cousin Daisy and her husband Tom, who has a mistress Myrtle. The marriage of Daisy and Tom is kind of unhappy because of Toms affairs.
Nick shows us New York during the time of the Golden twenties. The WW I is over and Nick is soon going to be thirty. On day he is invited by Gatsby to one of his famous parties. Gatsby soon tells him about his longing for Daisy whom he met five years before. He soon seems to achieve his goal, to get hold of Daisy, but then an accident happens. Myrtle is killed and because of an mistake, Myrtles husband takes revenge on Gatsby. 

Gatsbys funeral is only visited by three people even though there were hundreds of people visiting his parties. One of those three is Nick who was kind of the only person who really understood Jay Gatsby. 
The novel is about a man who was born poor and longed for wealth and who fell in love with a rich girl who personifies everything he wants to have one day. In the end he even dies for her but she seems not to care. In the end one can say that Gatsby is destroyed by the value missing Upper Class. The Great Gatsby gives a great impression of the Golden Twenties in New York and shows us an incredible character with Jay Gatsby. 


The Great Gatsby. F. S. Fitzgerald. Penguin. 192 Seiten. 2,60 €. ISBN-10: 014062323X (Amazon)


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6.8.-15.8.2011

SuB // The Great Gatsby und Schoßgebete

Da ist man mal drei Tage nicht im Bundesland und Bloglovin berichtet von 43 neuen Einträgen die ich noch zu lesen habe. Man o man. Aber das soll hier gar nicht das Thema sein :)


(v.o.n.u.: Charlotte Roche - Schoßgebete, F. S. Fitzgerald -The Great Gatsby, der Original Taschenlexer, Virginia Woolf - A room of one's own, James Frey - A million little pieces, Daniel Glattauert - Gut gegen Nordwind)


Manchmal glaube ich, dass ich einen Knall habe. Ich habe mit vier Büchern (eins darunter ist für die Uni) mitgenommen, für eine 4 1/2 stündige Bahnreise die ich nicht mal allein beschritten habe, mit dem Wissen, ich werde nicht viel zum Lesen kommen übers Wochenende und ich komme mit sechs Büchern zurück ohne eine Buchhandlung auch nur betreten zu haben. Kein Wunder das ich so schnell Rückenschmerzen bekomme. 
Das ist dennoch ein wenig Zeit hatte zum lesen, zeigt der nächste fliegende Wechsel. 

The Great Gatsby von F. S. Fitzgerald wurde zu Ende gelesen und soll mein Augustbuch für die English Challenge sein. Die Rezension wird also in den nächsten Tagen noch folgen. 

Von Charlotte Roches zweitem Werk Schoßgebete, welches erst letzte Woche heraus kam und jetzt schon von Alice Schwarzer kritisiert wurde, habe ich die ersten 45 Seiten geschafft und stehe dem ganzen mit gemischten Gefühlen gegenüber. Es ist wieder dieser seltsame Stil, dieses Beschreiben bis ins kleinste Detail das mich Feuchtgebiete immer wieder hat zuschlagen und in die Ecke werfen lassen hat, andererseits ist hier viel mehr Story. Zudem das Versprechen dass der Roman im höchsten Maß autobiografisch sein soll. Ich blicke mit hohen Erwartungen auf die nächsten ca. 250 Seiten.


Rezension // Schwerelos von Ildikó von Kürthy

Aufgrund seiner Dicke war Schwerelos schnell zu lesen. 
Mit der Thematik konnte ich mich kaum identifizieren. Sich als 22jährige in den Kopf und die Welt einer 37jährigen hinein zu versetzen ist schwer. Rein logisch verstehe ich die Probleme, aber ich konnte kaum mitfühlen und mit meiner noch verklärten Sicht von der Welt schockieren mich Ansichten wie die von Regina über die perfekte Ehe. Viele Teile waren wirklich treffend beschrieben. Andere für so eine weitgreifende Thematik einfach zu schnell abgehandelt. Da ist ein schwules Päarchen das ein Kind will und eine schwangere Cousine die keine Ahnung hat wer der Vater ist? Perfekte Kombination! As if. Als würde das im Leben wirklich so laufen. Selbst ich mit meinen 22 Jahren kann da nur den Kopf schütteln. Man bestimmte sowas doch nicht in einem kurzen Moment. Es geht hier um die nächsten 18 Jahre und die Traumlösung wie im Buch präsentiert ist einfach nicht realistisch genug. Natürlich kann man das ganze Buch nicht ernst nehmen. Es handelt sich hierbei doch um Chic-Lit und unsere liebreizende Protagonistin rennt schließlich von einem Schlamassel in den Nächsten, trotzdem hätte es ein weniger mehr doch auch noch getan um eine Runde Sachen aus dem Werk zu machen, die man der Autorin auch abkaufen kann. 
Dennoch ist da eibn Zitat auf das mich eine Freundin aufmerksam gemacht hat und das ich so, fast als Lebensmotto übernehmen würde: 

"Wer seine Miete nicht selber zahlen kann,
 für den ist Freiheit ein leeres Wort."(S.66)


Der Chronist der Winde - Henning Mankell

Ich habe das Buch nach etwa zwei Kapiteln abgebrochen, die mich so dermaßen gelangweilt haben und irgendwie auch nichts sagend waren. Da verspricht das Cover mehr, als das Buch halten konnte. 

Vielleicht versuchen der Chronist und ich es später noch einmal. Man sieht sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben ;)


Rezension // Memoirs of a Geisha von Arthur Golden

Die Geisha Arthur Golden Rezension
(c) Vintage
Chiyo Sakamoto is the daugther of a fisherman. But at the age of 9 due to the sickness of her mother and the age of her father she is sold to an okiya to become a Geisha. Many years later she will be known as the legendary geisha Sayuri of Gion but in the meanwhile she has to fight against Hatsmumomo, the geisha of her okiya also her senior and has to work hard to become a famous geisha to reach her goal. To be with the Chairman. 

I watched the movie before I was able to read the book. Both movie and book are told by the older Sayuri and like in the movie the Sayuri of the book uses pseudonyms for the people starring in it. I loved the movie. I loved the music and the atmosphere and everything but I thought that the book and the movie would differ in those aspects like Pride and Prejudice did back then. But Arthur Golden bewitched me. The book was so well written. Many aspects were so detailed described and in such a creative way. He always compares everything to scenes of the nature. The story does not work with embarassing or violent moments like the movie (and its fire scene) but with beautiful words. 
Memoirs of a Geisha Movie (c) Columbia Pictures Dreamworks
My favorite part was the end. Many authors let the lovers find each other and then its that but Arthur Golden let Sayuri continue telling us how her life went on after she found the Chairman. How she became his mistress for he was married already as it was common in Japan back then and how she came to live in New York from where she is telling the story of her life to a good friend. And although I tried so hard to find something in the book that I didn't like I couldn't. I enjoyed reading Memoirs of a Geisha and can only highly recommend it.
 Golden, Arthur: Memoirs of a Geisha. . Vintage. 512 Seiten. 11,40 €. ISBN-10: 0679781587  

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27.07.-31.07.2011

SuB // Leseliste

Dank Klausuren und etlichem anderen Unikram sieht meine Statistik für den Juli 2011 in etwa so aus: 

J.R.R. Tolkien - The Hobbit
Arthur Golden - The Memoirs of a Geisha

An meinen SuB will ich im Moment nicht mal denken. Aber die nächsten Bücher sind ausgewählt. Der Chronist der Winde von Henning Mankell, Alice's Adventures in Wonderland von Lewis Carroll und (hier nicht zu sehen) Schwerelos von Ildikó von Kürthy. Wird ein schöner August. Vor allen Dingen auch, weil ich kaum noch Unistress habe und die Sachen mit dem Auslandssemester langsam voran kommt.


Zum Hobbit kann ich nur sagen dass es ein wirklich schönes Buch ist. Allein wenn man liest das Tolkien das Buch für seine Kinder geschrieben hat. Dementsprechend kindlich war es natürlich, aber nichts desto trotz gefiel es mir um Längen besser als die Fortsetzung Der Herr der Ringe. Ich muss gestehen, das ich damals, gerade mal sechszehn(?), das zweite Buch nur gelesen habe, als der erste Film heraus kam und ich unbedingt wissen wollte wie es weiter geht. Und ich erinnere mich genau daran, dass ich diese ganzen Seiten langen Landschaftsbeschreibungen immer übersprungen habe. Und wenn man sich bei einem Buch als erstes daran erinnert, wie man Passagen übersprungen hat, ist das kein gutes Zeichen. 
Was ich aber eigentlich sagen wollte: The Hobbit ist wirklich zu empfehlen. Schönes, einfaches englisch. Eine tolle Geschichte und wenn man mehr über die Hobbits und Gandalf lesen will, warten da noch drei weitere Bücher auf einen :D